Amazonasregion vereint 99 Prozent aller Malariafälle Brasiliens

Veröffentlicht am 28. April 2016 - 11:29h unter Aktuelles aus Brasilien

Sucking mosquito, dangerous vehicle of zika, dengue, chikungunya, malaria and other infections. Digital artwork on healthcare theme.Etwa 99 Prozent der Malariafälle Brasiliens werden in der Amazonasregion verzeichnet. Allerdings ist die Zahl der Erkrankungen sinkend. Nach den jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums hat das südamerikanische Land 2015 die geringste Rate seit 35 Jahren registriert. Dennoch will die Regierung weiterhin verstärkt in die Bekämpfung der Ausbreitung der tropischen Krankheit investieren.

Angekündigt hat das brasilianische Gesundheitsministerium Investitionen in Höhe von 12 Millionen Reais (umgerechnet derzeit etwa drei Millionen Euro). Sie sollen vor allem in den 230 Munizipen der Bundesstaaten Amazonas, Pará und Roraima eingesetzt werden, die als Malaria-Hochburgen gelten.

Am stärksten betroffen ist nach wie vor der Bundesstaat Amazonas, in dem im vergangenen Jahr 75.715 Malariafälle registriert wurden und damit eine Zunahme von zwölf Prozent gegenüber 2014. An zweiter Stelle steht Acre mit 27.219 Fällen.

Dort konnte die Zahl allerdings um 15 Prozent verringert werden. Den stärksten Rückgang verbucht Maranhão, in dem 2014 noch 1.400 Menschen an Malaria erkrankt sind, 2015 waren es hingegen 552 und somit 40 Prozent weniger.

Insgesamt sind in ganz Brasilien im Jahr 2015 142.989 Malariafälle aufgetreten, im Jahr 2014 waren es 143.923. Wie stark die unter Umständen tödlich verlaufende Krankheit in dem südamerikanischen Land auf dem Rückmarsch ist, zeigt der Zehnjahres-Vergleich. Noch 2005 hat das Land etwa 607.700 Fälle verzeichnet. Im vergangenen Jahrzehnt ist es Brasilien damit gelungen die Rate um 76 Prozent zu verringern.

Übertragen wird Malaria durch die Amopheles-Mücke, mit deren Stich der Protozon Plasmodium falciparum übertragen werden kann. Als Mittel zur Bekämpfung neuer Krankheitsfälle werden deshalb unter anderem Mückennetze verteilt sowie insektizidhaltige Wandfarbe. Ziel ist es, die Malariafälle bis 2030 um 90 Prozent zu reduzieren.

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