3D-Film „Amazônia“: Filmcrew übernachtet in den Wipfeln der Urwaldriesen

Veröffentlicht am 28. Juni 2014 - 23:17h unter Aktuelles aus Brasilien

amazonia-filmDie bewegende Geschichte eines kleinen Äffchens erzählt der 3D-Film „Amazônia“. In Europa ist er bereits angelaufen, nun wird die französisch-brasilianische Co-Produktion auch in 200 Kinosälen Brasiliens gezeigt. Die Grundgeschichte ist schnell erzählt: ein kleines Kapuzineräffchen, welches als Haustier fernab der freien Wildbahn aufgewachsen ist, wird verkauft und soll nach Manaus gebracht werden. Allerdings stürzt das Flugzeug über dem riesigen Amazonas-Regenwald ab. Der Affe, in der brasilianischen Version „Castanha“ genannt, überlebt und beginnt damit, sich langsam mit der ihm unbekannten Natur anzufreunden und ein neues Leben aufzubauen. Dabei erlebt er einige Abenteuer, lernt Gürteltiere und den rosafarbenen Süßwasserdelphin kennen, aber auch die Harpyie und den Bussard fürchten.

Es war kein leichtes Unterfangen, das sich der französische Regisseur Thierry Ragobert mit dem Film vorgenommen hatte. Unterstützt wurde er vom brasilianischen Drehbuchautor Luiz Bolognesi, der durch seine Arbeit am Film „Terra Vermelha“ („Rote Erde“) bekannt wurde. Ziel war es, bei den Dreharbeiten so wenig wie möglich einzugreifen, um die natürlichen Vorgänge im Regenwald zu zeigen und dennoch die Geschichte laut Drehbuch zu realisieren. Für das Drehbuch studierte Bolognesi über einen längeren Zeitraum die Natur, holte sich Informationen von Biologen und Einheimischen ein.

Drei Jahre lang benötigte die Crew letztendlich, um den Film fertigzustellen. Gefilmt wurde in drei Etappen im Norden Brasiliens. 2011 standen dabei die Dreharbeiten zur Trockenzeit im Amazonasgebiet auf dem Programm. Die Zeit der Überschwemmungen wurden mit Hilfe von drei Booten auf dem Rio Negro gefilmt. Der dritte Teil besteht aus Luftaufnahmen. Zusammengesetzt ergeben die Filmaufnahmen, die in zehn Monaten entstanden sind, einen Jahresverlauf im Regenwald. Szenenbild und „Komparsen“ hat dabei die Natur vorgegeben. Gefilmt wurde dabei alles, was gewollt oder zufällig vor die Kamera kam. Dabei schlief ein Filmteam unter anderem sogar fünf Tage lang in den Wipfeln der Urwaldriesen. Lediglich die verwendeten Kapuzineräffchen stammten von der Universität in Belém.

Verkauft wurde der Film bereits in über 70 Länder. Nun ist Bolognesi auf die Resonanz der Brasilianer gespannt. Sie gelten gerade bei diesem Thema als besonders kritisch, da sie ihre Heimat und den Regenwald natürlich wesentlich besser kennen als der Rest der Welt.

Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)