Affen aus Amazonien ohne Heimat

Veröffentlicht am 15. August 2012 - 13:21h unter Aktuelles aus Brasilien, Nachrichten aus Amazonien

Sieben Exemplare der Spezies “Roter Brüllaffe” (Allouata seniculus), die sich in einer Auffangstation in Manaus befinden, brauchen schnellstens ein Heim.

Zwei Auffangstationen in Manaus – die CETAS, “Animais Silvestres do Ibama do Amazonas“ und die “Animais Silvestres Sauim Castanheiras” der Stadt-Präfektur – sind auf der Suche nach einem geeigneten Ort für fünf “Rote Brüllaffen“ – ein weibliches Jungtier und vier männliche, von denen zwei noch Jungtiere sind. Eins der ausgewachsenen Männchen befand sich zwei Jahre lang im hauseigenen Zoo des Tropical-Hotels von Manaus, und der andere wird von einem Privatmann innerhalb seiner “Regenwald-Fauna“ gehalten. Die übrigen befinden sich im CETAS der Stadt. Sie wurden innerhalb des Bundesstaates Amazonas von der IBAMA konfisziert.

Die Geschichte dieser Tiere enthüllt eine traurige Realität: Die illegale Jagd wildlebender Säugetiere, bei den Affen ganz oben stehen. Die Berichte geben an, dass die besagten Tiere an Orten und in Munizipien der Nachbarschaft zu Manaus aufgegriffen wurden, nachdem ihre Mütter von Jägern abgeschossen worden waren. Die Jagd auf ausgewachsene Tiere bringt es mit sich, dass oft Jungtiere zu Waisen werden, die sterben, falls sie nicht gefunden werden, um dann an Umwelt-Institutionen weitergegeben zu werden oder (illegal) in privaten Residenzen aufgezogen zu werden.

Solange sie sich in der Wachstumsphase befinden, sind die jungen Primaten leicht zu behandeln – nachdem sie jedoch ausgewachsen sind und schneller in ihren Bewegungen, verlieren sie ihre bisherige “Süsse“ der Kinderjahre – besonders die männlichen Primaten werden zusehends aggressiver. Und in dieser Phase beginnen dann viele Personen von einer Weiterhaltung Abstand zu nehmen – sie liefern sie bei entsprechenden Institutionen ab.

Die Jagd, Kauf und Verkauf, sowie die Haltung wilder Tiere ist in Brasilien ein Verbrechen (Artikel 29 des Gesetzes 9.605 von 1998). Wer sich eines der besagten Vergehen schuldig gemacht hat, dem drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Bei den Primaten beträgt die Geldstrafe R$ 5.000,00 (zirka 2.200 Euro) pro illegal gejagtem oder illegal eingefangenem Individuum. Es ist wichtig zu betonen, dass eine längere Käfighaltung in den meisten Fällen eine erneute Freilassung in freie Wildbahn unmöglich macht, denn die Tiere werden in die Gruppe ihrer Artgenossen nicht mehr aufgenommen.

Genau deshalb suchen die beiden Auffangstationen von Manaus geeignete Tierparks, in denen die Tiere aus Amazonien artgerecht aufgenommen werden können. In den letzten zwei Jahren wurden allein 47 Primaten als Neuzugänge beim CETAS registriert. Auch das “Zentrum Sauim Castanheiras“ registrierte einen Wachsenden Neuzugang dieser Säugetiere.

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