Artenreiche Bakterienwelt der Yanomamis gegen Antibiotika resistent

Veröffentlicht am 26. April 2015 - 08:25h unter Aktuelles aus Venezuela

BacteriaFür Überraschung sorgt das Mikrobiom eines im Amazonas-Regenwald isoliert lebenden Stammes der Yanomami-Indios. Deren Bakterienflora ist so artenreich wie sonst bei keinen anderen Menschen der Welt. Zum Erstaunen der Forscher haben diese bei den fernab jeglicher Zivilisation lebenden Indios allerdings auch Bakterien entdeckt, die gegen Antibiotika resistent sind, was die Wissenschaftler vor ein kleines Rätsel stellt.

Bakterien sind für das Überleben der Menschen wichtig. Sie spielen für das Immunsystem, den Stoffwechsel und andere Vorgänge des Körpers eine wichtige Rolle. Im Laufe der Zeit ist das Mikrobiom der Menschen in der westlichen Welt allerdings verarmt. Anders bei einem Stamm von Yanomamis, der 2008 bei einem Überflug des Amazonas-Regenwaldes im Süden Venezuelas entdeckt wurde. 2009 nahm ein Mitglied eines Forschungsteams mit Einwilligung der 50 Dorfbewohner von 34 der Yanomamis Proben von deren Mundschleimhaut, der Haut und deren Kot.

Nach den eingehenden Analysen staunten sie nicht schlecht. Unter anderem stellten sie fest, dass das Mikrobiom der isoliert lebenden Yanomamis doppelt so artenreich ist wie das der Menschen aus den USA und auch wesentlich vielfältiger ist als von anderen Indio-Stämmen der Amazonasregion, wie aus einem in der Zeitschrift Science Advances veröffentlichten Bericht hervorgeht.

Darüber hinaus entdeckte das Forschungsteam bei den Genen verschiedener Bakterien der Yanomamis eine Resistenz gegenüber Antibiotika, und das sowohl gegenüber auf das auf natürlicher Basis beruhende Antibiotika als auch gegenüber den neuesten synthetischen Entwicklungen. Noch rätseln die Wissenschaftler, warum dem so ist. Eine These geht davon aus, dass sich die Resistenz über den nahen Kontakt mit der Natur und dem Boden gebildet hat. Allerdings werden noch andere Thesen überprüft.

Bei den jüngst vorgestellten Forschungsergebnissen wird es sicher nicht bleiben, wurden die Proben doch eingelagert, um sie noch weiteren Analysen zu unterziehen.