Monte Roraima

Veröffentlicht am 3. März 2012 - 10:48h

Der Monte Roraima bewahrt Geheimnisse von denen die Literatur inspiriert wurde. In seinem Buch “The Lost World“ hat Arthur Conan Doyle, (Schöpfer der Figur Sherlock Holmes), einen Wissenschaftler beschrieben, die mitten in Amazonien Dinosaurier entdeckt. Die Story spielt vor dem Hintergrund des Monte Roraima, im Bundesstaat gleichen Namens, der in seinen Besuchern noch heute dieselbe Faszination hervorruft, wie bei jenem Schriftsteller.

Der Berg selbst ist der grösste “Tepui“ (Tafelberg) der Region, mit 2.875 Metern Höhe – er befindet sich innerhalb des “Parque Nacional do Monte Roraima“, an der Grenze zwischen Brasilien, Venezuela und Guyana. Sein flacher Gipfel hat zirka 84 Quadratkilometer Fläche.

Um den Berg kennenzulernen braucht man eine gute physische Kondition: Man muss einen Trail überwinden, der, je nach Tempo der Abenteurer, wenigstens drei Tagen in Anspruch nimmt. Es gibt unterwegs keine Infrastruktur – ein Bad kann man nur in einem Fluss nehmen, und man schläft am Wegrand in Hängematten oder Camping-Zelten.

Die Wanderung jedoch ist der Mühe wert – sie führt an Flüssen, Naturseen und Wasserfällen vorbei, die noch wenige Menschen je gesehen haben. Unterwegs kann man das so genannte “Labirinto norte“ kennenlernen, eine Serie von Felsenformationen, die wie eine verlassene Stadt anmuten – oder den “Lago Gladys“ – etwa von der Grösse eines Fussballfeldes.

Um zum Monte Roraima zu reisen, muss man zuerst einmal die Stadt Boa Vista anfliegen – rund 320 km entfernt. Die Stadt ist die einzige Hauptstadt Brasiliens, die sich vollkommen in der nördlichen Hemisphäre befindet. Sie hat die Form eines Fächers – alle Strassen führen, mehr oder weniger gekrümmt, zum Platz der Zentralverwaltung, wo sich die Gebäude der Legislative, Exekutive und der Oberste Gerichtshof befinden. Die beste Zeit für einen Besuch in Boa Vista ist zwischen Oktober und März, in der Trockenperiode. Mit dem Fallen des Wasserstandes im Rio Branco entstehen schöne Flussstrände, einige davon mit bis zu 15 km Länge, wie der von “Praia Grande“.

In der Stadt selbst gibt es einige architektonische Besonderheiten, die es wert sind, besucht zu werden – wie zum Beispiel der “Parque Anauá“ und die Gebäude des “Historischen Zentrums“, deren grösster Teil zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurde.