Kräuter & Heilpflanzen im Amazonien

Veröffentlicht am 22. November 2011 - 11:54h

Würze gebende Ingredienzien, wie zum Beispiel Kräuter, werden seit Menschengedenken als Bereicherung des Geschmacks von Speisen verwendet. Bestimmte Pflanzen – Heilpflanzen – werden daher auch als Kräuter bezeichnet, wie man weiss – ihre Blätter oder Blüten verwendet man entweder frisch oder nach dem Trocknen als Zutaten in der Küche – weshalb man sie auch als Küchenkräuter bezeichnet. Obwohl man sie also zu den Gewürzen zählen kann, trennt man diese beiden sehr oft in der Umgangssprache, indem man von “Kräutern und Gewürzen“ spricht – weil die Gewürze, im Gegensatz zu den Kräutern, in der Regel in gemahlener Form aus Rinden, Früchten, Samenkernen oder Wurzeln etc. gewonnen werden. Das ist zum Beispiel auch der Fall beim allbekannten “Schwarzen Pfeffer“ (Piper nigrum) – sein starker, pikanter Geschmack kommt von einem chemischen Bestandteil, der “Piperin“ genannt wird. Es gibt wohl kaum eine Küche auf der Welt, in der er nicht, in der Regel in gemahlener Form, mehr oder weniger reichlich, den regionalen Speisen als Gewürz zugesetzt wird.

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Aber wussten Sie, dass mehr als 50% des weltweit importierten schwarzen Pfeffers aus Brasilien kommt? Und zwar aus dem Amazonasgebiet – und, dass Brasilien damit auch der Welt grösster Pfeffer-Exporteur ist? Ein Rekord, den das Land einer japanischen Kolonie in Amazonien zu verdanken hat :

Tomé-Açu ist ein brasilianisches Munizip im Amazonas-Bundesstaat Pará – gelegen auf 02º25’08“ südlicher Breite und 48º09’08“ westlicher Länge, in 45 Metern Höhe – mit einer Bevölkerung von rund 49.000 Einwohnern (Juli 2010). Im Jahr 1926 bereiste eine Gruppe japanischer Wissenschaftler den Bundesstaat Pará. Ihre Mission war es, Gebiete zu erkunden, die geeignet erschienen, in ihnen landwirtschaftliche Kolonien zu installieren, mittels derer man die Wirtschaft durch Entwicklung neuer Kulturen und moderner Anbaumethoden ankurbeln könnte. Ihre Untersuchungen brachten positive Ergebnisse im Bundesstaat Amazonas (Manacapuru) und im Bundesstaat Pará (Santarém und Tomé-Açu).

1929 empfing die “Companhia Nipônica de Plantação do Brasil” auf dem Gelände einer angekauften Fazenda (Bela Vista – der zentralen Administration des Unternehmens), die ersten japanischen Einwanderer – 42 Familien mit insgesamt 189 Personen – die sich mit ihrer traditionellen landwirtschaftlichen Erfahrung dort niederliessen. Anfangs pflanzten sie Reis und Gemüse und verkauften ihre Produktion auf den umliegenden Märkten.

Nallamulak (Malayalam: നല്ലമുളക്)
Ground black pepper.
Fresh Black Pepper
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Salt and Pepper - Himalayan salt and Tellicherry peppercorns          #Blackpepper #Halite #Himalayansalt #Minerals #Nature #NaturePhotography #Pepper #Photography #Pipernigrum #Plants #RayManningPhotography #Salt #SodiumCloride #Stilllife #Tellicherry #T
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Black pepper
13.05.2016
Ivory Colored Mortar
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Dann verwandelte sich 1933 ein fataler Zwischenfall, auf der Anreise weiterer japanischer Einwanderer nach Brasilien, in einen erfolgreichen Aufschwung der Kolonie von Tomé-Açu: Wegen eines Sterbefalls unterwegs musste das Schiff mit den japanischen Emigranten in Singapur anlegen – dort kaufte der Gruppenleiter zwanzig Ableger des Schwarzen Pfeffers – die man später in der neuen Heimat Amazonien pflanzte und “Diamante negro“ (schwarzer Diamant) nannte. Und zu Diamanten wurden sie tatsächlich: Tomé-Açu entwickelte sich durch das Fachwissen und die Arbeit seiner japanischen Einwanderer zum weltweit grössten Produzenten von “Pimenta-do-reino“ (so heisst der schwarze Pfeffer in Brasilien) – fünf Millionen Tonnen des beliebten Gewürzes wurden pro Jahr exportiert – und selbst nach einem vorübergehenden Niedergang im Zweiten Weltkrieg, durch Schädlingsattacken der Pfefferplantagen und allerlei Schwierigkeiten mehr, ist Tomé-Açu heute wieder – oder immer noch – der grösste brasilianische Produzent dieses wertvollen Gewürzes!