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Kräuter & Heilpflanzen im Amazonien » Seite 2

Veröffentlicht am 22. November 2011 - 11:54h

Als Heilpflanzen bezeichnet man Pflanzen, die in der Homöopathie zur Heilung und Linderung von Krankheiten genutzt werden – wegen ihrer entsprechenden Wirkstoffe, die oft aus jahrhundertealten Erkenntnissen stammen, die von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Viele davon werden als Rohstoffe oder als ergänzende Zusätze in pharmazeutischen Produkten verwendet – für viele Tees, Badezusätze und Kosmetika bilden sie die Basis.

Die Anwendung von Heilpflanzen in der so genannten “Phytotherapie“ (aus dem griechischen Wort therapeia = Behandlung und phyton = pflanzlich, bezeichnet das Studium der heilkräftigen Pflanzen und ihrer Anwendung zur Heilung von Krankheiten) expandiert in der ganzen Welt. Man schätzt, dass vom Gesamt der heutzutage konsumierten Medikamente zirka 40% aus der Natur stammen. Diese “Phytotherapica“ bewegen jährlich zirka 22 Milliarden Dollar – mit einem Wachstum von 12% pro Jahr. In Brasilien macht dieses Segment zirka 7% des Pharma-Marktes aus – zirka 400 Millionen Dollar pro Jahr – und schafft 100.000 direkte Arbeitsplätze.

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Das zunehmende Wachstum dieses Sektors stimuliert weltweit sowohl Wissenschaftler als auch die internationale Pharma-Industrie, in die Forschung und Patentierung neuer Natursubstanzen zu investieren. Und das internationale Interesse an den Heilpflanzen Brasiliens ist besonders gross, denn in den Weiten dieses südamerikanischen Giganten – besonders in der erst wenig erforschten Biovielfalt Amazoniens – erwartet man noch grosse Entdeckungen.

Das Wissen um diese Pflanzen hat sich die Mehrheit der Völker ganz unabhängig voneinander im Laufe ihrer Existenz angeeignet. In China besass man bereits 3000 vor Christus ein grosses Wissen auf dem Gebiet heilender Pflanzen – der Kaiser Cho-Chin-Kei hat zum Beispiel zu jener Zeit bereits die besonderen Eigenschaften von Ginseng und Kampfer beschrieben.

Es ist zu beachten, dass sich die Definition eines phytotherapeutischen Medikaments von der so genannten Phytotherapie unterscheidet – letztere bezieht sich nämlich nicht auf den volkstümlichen Gebrauch der Pflanzen an sich, sondern auf den ihrer Extrakte. Phytotherapeutische Medikamente werden mittels pharmazeutischer Techniken hergestellt – und sie sind als Industrieprodukte zu betrachten.

Es existiert eine grosse Zahl an Heilpflanzen in allen Teilen der Welt, die seit Tausenden von Jahren zur Heilung von Krankheiten angewendet werden – allerdings sind deren heilende Substanzen in den meisten Fällen unbekannt.

Die Erforschung dieser Substanzen und die Ausgrenzung des so genannten “aktiven Prinzips“ (der für den therapeutischen Effekt verantwortlichen Substanz) der Pflanze, ist eine der bedeutendsten Prioritäten der Pharmakologie. Solange dieses “aktive Prinzip“ nicht isoliert ist, werden die Heilpflanzen nur in der Volksheilkunde benutzt – bleiben sie “Hausmittelchen“, die man in erster Linie als Tees oder homogene Extrakte der Pflanze verabreicht. Im Gegensatz zu der öffentlichen Meinung ist die Anwendung solcher Heilpflanzen nicht ohne Risiko. Denn ausser ihrem “aktiven Prinzip“ können in derselben Pflanze auch toxische Substanzen vorhanden sein – eine grosse Vielfalt unterschiedlicher Substanzen kann eine allergische Reaktion auslösen – man kann eine Vergiftung durch Schädlingsbekämpfungsmittel oder Schwermetalle in Interaktion mit anderen Medikamenten erleiden, die der Gesundheit schaden und sogar eine Prädisposition für Krebs schaffen.

Ausserdem ist die Heilkraft eines jeden aktiven therapeutischen Prinzips abhängig von einem ganz bestimmten Mengenintervall – unterhalb davon ist es unwirksam und darüber hinaus kann es eine toxische Wirkung haben. Die unterschiedlichen Konzentrationsmengen des aktiven Prinzips in Tees können es unmöglich machen, einen therapeutischen Effekt sicherzustellen, zum Beispiel mit Pflanzen, deren Wirkung nur bei genauer Dosierung gewährleistet ist. In industrialisierter Form kann man das Risiko einer Kontaminierung durch Qualitätskontrollen mindern, aber selbst in diesem Fall kann die Konzentration des aktiven Prinzips in Kapseln bis zu 100% unterschiedlich sein. Bei starker Verdünnung, zum Beispiel in der Homöopathie, in der man nicht mehr von einem aktiven Prinzip als Ganzes sprechen kann, gibt es keines der genannten Risiken – jedoch ist die Wirkung einer solchen Behandlung wissenschaftlich nicht anerkannt.

Hat man das “aktive Prinzip“ einer bestimmten Pflanze entdeckt, wird diese Substanz isoliert und raffiniert, um toxische Zusätze zu eliminieren – die therapeutischen und toxischen Mengen werden nach einer Unmenge von Tests genauestens festgelegt, auch die Interaktionen mit anderen Pharmaprodukten werden geprüft – was Wunder also, dass manchmal zwischen der Isolierung der Substanz und ihrer Erscheinung auf dem Markt, in Tablettenform zum Beispiel, Jahre vergehen.

Das Potenzial der in Brasilien heimischen Heilpflanzen haben bereits die Portugiesen zur Zeit ihrer Kolonisierung zur Kenntnis genommen. Heute weiss man, dass die Chancen zur Entdeckung neuer Natursubstanzen in direkter Relation zu Brasiliens üppiger Pflanzenvielfalt stehen. Das Land besitzt 22% der gesamten vegetativen Biodiversifikation unseres Planeten, und das macht seine native Flora zu einer der reichsten Quellen an Substanzen mit pharmakologischem Potenzial.

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