Perus Indios setzen Drohnen zur Überwachung des Regenwaldes ein

Veröffentlicht am 11. Dezember 2014 - 13:09h unter Aktuelles aus Peru

drohne-peruWährend in Peru die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes von Jahr zu Jahr zunimmt, wollen die Indios nun eigene Maßnahmen ergreifen und langfristig Drohnen zur Überwachung und zum Schutz des Waldes einsetzen. Die ferngelenkten Fluggeräte sollen nicht nur Aufschlüsse über illegale Kahlschläge liefern, sondern auch über andere ökologische Katastrophen, wie das Auslaufen von Öl an den Förderstellen oder illegale Bergbauaktivitäten. Die ersten Bilder dieser Drohnen sind bei der Klimakonferenz COP20 vorgestellt worden, die derzeit in Perus Hauptstadt Lima stattfindet.

Mit Beiträgen und Demonstrationen treten die Indios des Amazonas-Regenwaldes derzeit bei der Klimakonferenz für ihre Rechte und gegen die Zerstörung ihres Lebensraumes ein. Dass dieser bedroht ist, zeigen auch die Zahlen, die vom peruanischen Umweltministerium veröffentlicht wurden. Danach sind im vergangenen Jahr über 145.000 Hektar Regenwald den Motorsägen zum Opfer gefallen.

Im Durchschnitt hat der peruanische Regenwald seit 2001 jährlich etwa 113.000 Hektar verloren, während es im Jahr 2001 selbst noch 80.000 Hektar waren. Die Daten stammen von der Auswertung von Satellitenbildern und wurden am Rande der Klimakonferenz COP20 von Mitarbeitern des Umweltministeriums bekannt gegeben.

Etwa 13 Prozent des gesamten Amazonas-Regenwaldes, der sich über mehrere Länder Lateinamerikas erstreckt, liegen in Peru. Beim Vergleich der absoluten Zahlen, liegen die Kahlschlagsflächen Perus zwar weit unter denen Brasiliens. In Brasilien wurden im vergangenen Jahr knapp 6.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört, in Peru 1.450 Quadratkilometer. Allerdings sind die Zahlen in Brasilien seit Jahren rückläufig, während in Peru das Gegenteil der Fall ist. Das peruanische Umweltministerium rechnet zudem bis 2017 mit einer weiteren Zunahme der illegalen Rodungen.

Nun wollen die Indios selbst aktiv werden. In Zusammenarbeit mit der „Mittelamerikanischen Allianz der Völker und Wälder“ will die Gemeinschaft zur Entwicklung des peruanischen Waldes Aidesep (Asociación Interétnica de Desarollo de la Selva Peruana) nun Drohnen zur Überwachung einsetzen. Während die Waldwächter zu Fuß lediglich sechs Kilometer pro Tag in dem dichten Regenwald zurücklegen können, haben sie mit den Drohnen die Möglichkeit, einen Radius von 16 Kilometern per Fernkontrolle zu überwachen. Ausgestattet sind die Drohnen mit entsprechenden Kameras, welche die wichtigen Beweisfotos liefern sollen.

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