Zahlreiche illegale Sägewerke in Amazonien geschlossen

Veröffentlicht am 18. Oktober 2013 - 00:37h unter Aktuelles aus Brasilien

ibama-holzDie illegalen Abholzungen im Amazonasgebiet von Brasilien halten an. Wie das Institut “Mensch und Amazonas” (Instituto do Homem e Meio Ambiente da Amazônia, kurz Imazon) mitteilte, wurden im August dieses Jahres 185 Quadratkilometer oder 185.000 Hektar Amazonas-Regenwald abgeholzt. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr ist dies ein Rückgang von 20 Prozent, wie es heisst.

Abgeholzt wurde vor allem auf privaten Flächen. Sie nehmen 58 Prozent ein. Mit 20 Prozent folgen Flächen, die der Landwirtschaftsreform unterliegen. Nicht ausgenommen von der Abholzung waren ebenso unter Naturschutz stehende Gebiete (21 Prozent) sowie Schutzgebiete der Indios (ein Prozent). An der Spitze der Abholzungsbilanz liegen die brasilianischen Bundesstaaten Pará und Amazonas.

Illegale Aktivitäten wurden aber ebenso im brasilianischen Bundesstaat Rondônia, der im Amazonasgebiet an der Grenze zu Bolivien liegt, verzeichnet. Das Amt für Umweltschutz von Rondônia, kurz Sedam, nahm in den vergangenen zwei Jahren 1.119 Sägewerke, Rodungsfirmen und Holzverarbeitungsunternehmen unter die Lupe. Das Ergebnis: nur 624 Firmen erfüllten die gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen. Die restlichen 44 Prozent arbeiteten unter anderem ohne die vorgeschriebenen Genehmigungen (107 Unternehmen), mit abgelaufenen Lizenzen (77 Unternehmen), konnten erst gar nicht aufgefunden werden oder waren bereits geschlossen. Wegen diverser Vergehen liess das Amt für Umweltschutz zudem weitere 256 Unternehmen schliessen.

Mit der Untersuchung sollten aber nicht nur Verstösse aufgedeckt werden. Vielmehr sei ebenso Ziel gewesen, die holzverarbeitenden Unternehmen auf den vorgeschriebenen Herkunftsnachweis des Holzes hinzuweisen. Dieser unter dem Namen „DOF“ bekannte Nachweis dient unter anderem zur Kontrolle darüber, welche Waren aus dem Regenwald und in welchem Umfang gehandelt werden.

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