Weltweit größtes Forschungszentrum für Süßwasserschildkröten in Manaus eingeweiht

Veröffentlicht am 19. Februar 2015 - 12:30h unter Aktuelles aus Brasilien

queliniosJedes Jahr werden in der Amazonasregion tausende kleine Schildkröten ausgesetzt, um den Bestand verschiedener Arten zu erhalten. Jetzt hat das Amazonas-Forschungsinstitut Inpa ein eigenes Zentrum erhalten, in dem sich alles rund um die „Quelônios“ dreht. Es soll das größte Forschungszentrum für Süßwasserschildkröten der Welt sein, wie es heißt. Wissenschaftler und Naturschützer erhoffen sich von ihm unter anderem neue Aufschlüsse über die Tiere und deren Lebensweise.

Gemeinsam mit dem Projekt „Schildkröten Amazoniens”: Für die Zukunft erhalten („Tartarugas da Amazônia: Conservando para o Futuro” hat sich das Inpa dazu verpflichtet, Studien über die Reptilien zu erarbeiten, zum Schutz der Tiere beizutragen und spezielle Umwelterziehungsprojekte anzubieten. Nach Angaben des Institutmitarbeiters und Forschers Richard Vogt handelt es sich weltweit um ein einzigartiges Studienzentrum dieser Größenordnung, das ausschließlich der Erforschung der Süßwasserschildkröten gewidmet ist. Finanziert wurde es über das Umweltprogramm des brasilianischen Ölkonzerns Petrobras.

Angelegt wurde das Studienzentrum „Cequa“ im Bosque da Ciência nahe des Sees Lago Amazônico in Manaus auf einer Fläche von tausend Quadratmetern, auf denen unter anderem vier 28 Quadratmeter große Aquarien untergebracht sind, in denen fünf verschiedene Quelônios-Arten der Amazonasregion gezeigt werden. Kleinere Exemplare von weiteren Arten sind zudem in einem Terrarium untergebracht. Für Besucher sind Informationen über die Eigenheiten, die Lebensräume und Schutzmaßnahmen der Tiere vorgesehen. Die einzelnen Bereiche sind dabei so angelegt, dass sie einen Eindruck darüber geben, in welchen Habitaten die Süßwasserschildkröten Amazoniens leben. Darüber hinaus wurden ein Veranstaltungs- und Schulungsraum eingerichtet sowie Labore und eine Bibliothek für Schüler und Wissenschaftler, die an dem Projekt teilnehmen.

In Brasilien sind bisher 31 verschiedene Schildkrötenarten des Festlandes bekannt, unter ihnen auch Landschildkröten und die langhalsigen „Jabutis“. Einige der Arten stehen allerdings auf der Liste der bedrohten Tierarten, da sie nach wie vor illegal gefangen und gehandelt werden.

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