Studie soll Einfluss von Manaus auf Regen- und Trockenzeiten Amazoniens zeigen

Veröffentlicht am 30. Oktober 2014 - 10:19h unter Aktuelles aus Brasilien

OLYMPUS DIGITAL CAMERASeit einigen Jahren setzen die Regenzeiten im Amazonasgebiet später ein als gewöhnlich. In einem gemeinsamen Projekt wollen Forscher aus Brasilien und den USA nun herausfinden, welche Faktoren dazu effektiv beitragen. Auch wollen die Wissenschaftler ermitteln, wie dieses Phänomen besser berechnet werden kann, um genauere Voraussagen treffen zu können. Wichtig ist dies unter anderem für die Bewohner abgelegener Siedlungen, die auf die Flüsse als Transportwege angewiesen sind sowie für den Anbau landwirtschaftlicher Produkte. Mögliche negative Auswirkungen werden zudem für den Regenwald selbst vermutet.

Seit 1970 bis heute hat sich die Dauer der Trockenzeiten im Amazonasgebiet um fast einen Monat verlängert, wie Forscher konstatieren. Gleichzeitig ist es vor allem in den vergangenen fünf Jahren zu stärkeren Überschwemmungen gekommen. Ob und wie die Luftverschmutzung durch Industrie, Verkehr und Siedlungen im Ballungsraum Manaus dazu beiträgt, studieren Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen der USA und Brasiliens in einem gemeinsamen Projekt, das der Kampagne „Green Ocean Amazon“ (GOAmazon) angegliedert ist.

In Washington wurden diese Woche bereits die ersten Ergebnisse der Studie vorgestellt. Danach sollen Veränderungen der Durchschnittstemperatur über dem Ozean und der Transport feuchter Luftmassen dazu beitragen. Den Schlüssel dazu vermuten die Forscher indes im Regenwald selbst. Erste Daten weisen bereits darauf hin, dass die Zusammensetzung der Luftschichten über Manaus eine wichtige Rolle spielen. Festgestellt wurden unter anderem eine starke Erhöhung des Ozons in der Luft, das zu Schäden an Pflanzen beiträgt. Veränderungen wurden ebenso bei der Stärke der UV-Strahlung beobachtet.

Um jedoch genauere Aussagen treffen zu können, wird an neuen mathematischen Modellen gearbeitet. In sie sollen die Daten aus verschiedenen Messstationen einfließen, die sich in und um Manaus befinden. Sie messen die atmosphärischen Gase, die Zusammensetzung der Aerosole sowie physische und meteorologische Parameter der Wolken.