Forscher protestieren zum Tag Amazoniens

Veröffentlicht am 6. September 2017 - 10:57h unter Aktuelles aus Brasilien

Mit Filmen, Vorträgen, Ansprachen und auch Protesten ist am Dienstag (5.) in Brasilien der “Dia da Amazônia” begangen worden. Während vielseits die enorme Artenvielfalt des Amazonas-Regenwaldes hervorgehoben wurde, haben Forscher verschiedener Einrichtungen und Umweltschützer auf die Bedrohungen des einzigartigen Bioms hingewiesen.

Blick in Regenwald – Foto: Ascom/Ideflor

Kritisiert wurde diverse Bestrebungen, mit denen die Abholzung des Regenwaldes erhöht werden könnte. Auch die Auflösung des Reservats “Reserva Nacional do Cobre e Associados“ (Renca) zugunsten des Bergbaus wurde angeführt. Nach enormen Protesten ist das diesbezüglich erlassene Dekret von Präsident Michel Temer zwar vorerst für 120 Tage auf Eis gelegt worde, vom Tisch ist es damit aber nicht.

Sorgen bereitet den Experten ebenso die Ankündigung Norwegens, die Zahlungen in den “Fundo da Amazônia” zu halbieren. Das skandinavische Land ist der größte Einzahler in den Fonds, mit dem verschiedene Projekte zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes finanziert werden. Durch die Kürzungen könnten diverse Projekte gefährdet werden, so Wissenschaftler und Umweltschützer.

Einig sind sie sich, dass die Abholzungen umgehend gestoppt werden müssen. Dazu hat sich Brasilien eigentlich auch beim Weltklimagipfel in Paris verpflichtet. Von der Reierung des Landes gehen allerdings gegenteilige Signale aus. Verschiedene Dekrete und Gesetzesänderungen könnten die Kahlschläge und Ausbeute des Regenwaldes noch anheizen, so die Befürchtung.

Sollte es nicht gelingen, der Zerstörung Einhalt zu gebieten, befürchten Umweltschützer und Forscher eine mögliche Verwüstung des Regenwaldes. Die könnte auch ohne die Auswirkungen des Klimawandels einsetzen. Schon jetzt werden länger andauernde und stärkere Dürren in einem kürzeren Rhythmus registriert, als das bisher der Fall war. Der durch die Dürren geschwächte Regenwald ist wiederum anfälliger für Brände.

Verantwortlich gemacht werden dafür vor allem die Kahlschläge. Da jeder Regenwaldbaum enorme Wassermengen in die Atmosphäre abgibt, wird durch sie das Niederschlagsregime beeinflusst. Weniger Bäume bedeuten weniger Regen. Der fällt dabei nicht nur in der Amazonasregion, sondern ebenso im Südosten und zentralen Westen Brasiliens geringer aus.

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