Projekt will Landwirtschaft und Naturschutz im Amazonas-Regenwald vereinen

Veröffentlicht am 3. Februar 2015 - 09:04h unter Aktuelles aus Brasilien

Amazon forest and black riverMit dem Beginn der Regenzeit sollen in der Amazonasregion 11.500 Bäume gepflanzt werden, darunter Edelhölzer wie Mogno, Andiroba und Ipê. Die Pflanzaktion ist Teil des Projektes “Biomas”. Mit dem soll unter anderem nachgewiesen werden, dass es möglich ist, den Regenwald zu schützen und gleichzeitig auch landwirtschaftlich zu nutzen. Gepflanzt werden deshalb ebenso Soja, Manhiok und Ananas.

Nach dem brasilianischen Umweltgesetz müssen die Landbesitzer im Amazonasgebiet 80 Prozent ihrer Flächen als sogenannte “Reserva Legal” für den Naturschutz ausweisen. Bei Land- und Viehwirtschaftlichen Flächen sind 20 Prozent “Reserva Legal“ vorgeschrieben. Sind diese degradiert, müssen sie wieder aufgeforstet werden. Allerdings können sie gleichzeitig auch nachhaltig genutzt werden. Eine Möglichkeit ist dabei das System “Agrofloresta”, bei dem im Schutz der Bäume Gemüse und Obst angebaut wird. Experimente werden ebenso mit der Viehwirtschaft im Regenwald durchgeführt.

Ausgeführt wird das Projekt in Amazonien von der landwirtschaftlichen Forschungseinrichtung Embrapa, der Vereinigung der Land- und Viehwirtschaft (CNA) sowie 80 Wissenschaftlern von elf verschiedenen Forschungseinrichtungen. Sie haben auf der Fazenda Cristaliina in São Domingos do Araguaia eine Experimentalfläche von 36 Hektar angelegt sowie eine Refernzfläche in der Zoologisch-botanischen Stiftung in Marabá. Beide sind im Südosten des Bundesstaates Pará gelegen, in dem im vergangenen Jahr mit am meisten Regenwald abgeholzt wurde.

Mit dem Projekt sollen die Vorgaben im “Código Florestal”, dem brasilianischen Umweltgesetz, technisch dahin gehend überprüft werden, wie sich dieser mit der Landwirtschaft vereinbaren lässt. Gepflanzt werden deshalb neben Waldbäumen ebenso Fruchtbäume und landwirtschaftliche Kulturen. Darüber hinaus wird die Wald-Viehwirtschaft getestet. Hauptziel ist es zudem, den Landwirten und der Bevölkerung Brasiliens zu zeigen, dass es möglich ist, den Naturschutz und die landwirtschaftliche Produktion zu vereinen, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt.