Mord an Anführern: Indios im Grenzgebiet von Peru suchen Hilfe

Veröffentlicht am 24. September 2014 - 20:21h unter Aktuelles aus Peru

regenwaldDer Druck auf die Indios im Grenzgebiet zwischen Peru und Brasilien wird immer größer. Unter anderem bringen die Machenschaften der Drogenhändler und Holzmafia bisher isoliert lebende Völker dazu, Kontakt mit Nicht-Indios aufzunehmen. Vor kurzem sind zudem vier peruanische Indio-Führer ermordet worden.

Die vier Männer hatten sich auf dem Weg von ihren Indiodörfern in Peru zu einem Treffen in Brasilien befunden. Dort sollten sie gemeinsam mit anderen Indios, Hilfsorganisationen, Instituten und Umweltschützern in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe über Strategien zur Überwachung des Gebietes diskutieren, um illegale Holzentnahmen in der Region und den Drogenhandel zu unterbinden. Darüber hinaus ging es ebenso um die Ausweisung des Indio-Territoriums Rio Tamya.

Perus Präsident Ollanta Humala zeigte sich schockiert und spricht von einer „Schande für die Gesellschaft“. Die Arbeitsgruppe zum Schutz des Grenzgebietes (GTT) fordert indes eine umgehende und umfassende Aufklärung sowie dringende Maßnahmen zur Verbesserung der Überwachung des Grenzgebietes, in dem über 10.000 Indios und etliche nicht kontaktierte Stämme leben.

Auch die brasilianische Behörde zum Schutz der Indios (Funai) fordert ein Einschreiten. Sie weist in einer Mitteilung zudem darauf hin, dass in den vergangenen fünf Jahren die gemeinsamen Kontrollen mit der Umweltschutzbehörde und der Polizei verstärkt worden seien.

Allerdings ist das Problem binational. Erst vor wenigen Wochen hat eine auf peruanischen Gebiet isoliert lebende Gruppe Indios der Region Xinane Kontakt mit anderen Indios und der Funai aufgenommen und von gewalttätigen Übergriffen berichtet. Vor wenigen Tagen haben darüber hinaus ein Mann, eine Frau und vier Kinder von der isoliert lebenden Ethnie Korubo Kontakt mit anderen Indios und mit hinzu gerufenen Funai-Vertretern aufgenommen. Sie werden derzeit in einer speziellen Station im Regenwald betreut, um Ansteckungen mit der Grippe zu vermeiden. Warum die Korubos offensichtlich Hilfe suchen, wurde von der Funai bisher nicht bekannt gegeben.