Lecks in Pipeline Perus verseuchen Flüsse des Amazonas-Regenwaldes mit 3.000 Barrel Öl

Veröffentlicht am 28. Februar 2016 - 10:44h unter Aktuelles aus Peru

RTEmagicC_oefaWie erst jetzt bekannt wurde, haben sich im peruanischen Amazonas-Regenwald 3.000 Barrel Öl aus einer Pipeline in das Becken des Flusses Marañon ergossen. Gemeldet worden sind zwei Lecks im “Oleoduto Norperuano“, die für enorme Umweltschäden und die Zerstörung der Lebensgrundlagen von mindestens acht Siedlungen und Indio-Gemeinschaften gesorgt haben.

Schon am 25. Januar ist es zum ersten Rohrbruch im Oleoduto Norperuano im Villa Hermosa im Distrikt Imaza des Departeaments Amazonas gekommen. Als Grund wird ein Erdrutsch durch starke Regenfälle angegeben. Am 4. Februar wurde im Distrikt Morona in der Provinz Datem del Marañón im Departament Loreta ein zweites Leck registriert.

Die Ursache ist noch unbekannt. Die Bruchstelle befindet sich lediglich 13 Kilometer von der Siedlungsgemeinschaft Mayuriaga entfernt.

Ergossen hat sich das Öl unter anderem in die Flüsse Chiriaco und Morona im Nordwesten Perus. Beide die letztlich ebenso den Amazonas speisen. Der Chiriaco ist auf einer Strecke von 30 Kilometern unter einer schwarzen Ölschicht verschwunden. Nach Angaben des staatlichen Ölunternehmens Petroperú sind umgehend Maßnahmen eingeleitet worden, um die Schäden einzugrenzen. Starke Niederschläge hätten die Arbeit jedoch erschwert.

Fotos und Videos zeigen ein Bild der Zerstörung mit schwarzen Schlamm- und Ölmassen. Zu sehen sind ebenso Helfer, die mit Eimern versuchen, den Ölteppich abzuschöpfen. Besonders schwer trifft es die indigenen Gemeinschaften und Flussanlieger, deren Trinkwasserzufuhr abgeschnitten wurde und die von den Flüssen abhängen. Petroperú hat Trinkwasser- und Nahrungsmittellieferungen zugesichert sowie Maßnahmen, um die Region zu Renaturalisieren.

Der Transport von 5.000 bis 6.000 Barrel Öl pro Tag über die Pipeline Norperuano ist laut dem staatlichen Ölunternehmen derzeit eingestellt. Mittlerweile ist es zu mehreren Protesten vor dem Hauptgebäude der Petroperú gekommen, bei denen auch regelmäßige Kontrollen und Wartungsarbeiten der Pipelines gefordert wurden. Perus Umweltminister Manuel Pulgar-Vidal fordert sofortige und harte Strafen. Im Gespräch sind 17 Millionen US-Dollar Bußgeld.