Plastik fressender Pilz im Amazonas entdeckt

Veröffentlicht am 28. Dezember 2013 - 16:16h unter Aktuelles aus Ecuador

Pestalotiopsis-microspora-bigUnter den synthetischen Produkten gilt das Polyurethan als ein Plastik, das am meisten die Umwelt verschmutzt. Das Problem ist, dass das Plastik in der Natur nicht abgebaut werden kann. Zumindest galt dies bisher so. Nun entdeckten Wissenschaftler der Universität in Yale aber einen Pilz, der dem Plastik den Garaus macht.

Polyurethane begleiten uns im Alltag auf Schritt und Tritt. Sei es als Wasserschlauch oder als Sitzplatz vieler Omnibusse. Einmal aufgebraucht landet es tonnenweise auf den Müllhalden, wo es Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende überdauert ohne sich restlos zu zersetzen. Jetzt wurde jedoch entdeckt, dass der Pilz Pestalotiopsis microspora Plastik im wahrsten Sinne des Wortes auffrisst. Die Entdeckung geschah eher zufällig bei einer Expedition von Wissenschaftlern und Studenten der Yale-Universität in den Amazonasregenwald Ecuadors.

Studenten gingen dabei auf die Suche nach Pflanzen und Mikroorganismen, um diese zu kultivieren. Unter anderem entdeckten sie dabei den besagten Pilz, der verblüffenderweise in der Lage ist, Plastik zu zersetzen. Erstaunlich daran ist, dass der Pilz selbst unter Sauerstoffausschluß in der Lage ist, sich von Plastik zu ernähren. Laut Medienberichten haben die Studenten Pria Anand und Jonathan Russel die Enzyme bereits isoliert, mit denen der Pilz das Plastik zersetzt und konsumiert. Die Ergebnisse und das erstaunliche Verhalten des Pilzes wurden in dem Wissenschaftsmagazin „Applied and Environmental Microbiology“ veröffentlicht.

Der Pilz könnte damit künftig somit eine wichtige Rolle im Umweltschutz spielen und mithelfen, Polyurethane schnell zu zersetzen. Das Studienergebnis zeigt aber auch, wie wichtig es ist, die Biodiversität im schier unendlichen Regenwald des Amazonas zu erhalten und zu schützen.

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