Spurensuche im mysteriösen Amazonas-Stonehenge

Veröffentlicht am 28. Januar 2017 - 22:26h unter Aktuelles aus Brasilien

Archäologen haben mit der Entschlüsselung des mysteriösen Amazonas-Stonehenge begonnen. Das hat unter anderem für festliche Bestattungszeremonien mit Bier und Essen gedient und wie es scheint ebenso als astronomisches Observatorium, wie Forscher anhand von Ausgrabungsgegenständen herausgefunden haben.

Amazonas Stonehenge – Foto: Handout Video

In der Nähe der Stadt Calçoene im brasilianischen Bundesstaat Amapá ragen auf einer Lichtung mitten im Amazonas-Regenwald bis zu drei Meter hohe und mehrere Tonnen schwere Granitblöcke in die Höhe. Auf sie aufmerksam geworden sind die Forscher im Jahr 2005. Seitdem arbeiten sie an der Auflösung des Rätsel der auf einer Fläche von 120 Hektar kreisrund angeordneten Steine.

Belegt haben sie bereits, dass die Felsblöcke vor etwa 1.000 Jahren aufgestellt und bis zur Ankunft der ersten Europäer vor gut 500 Jahren für Bestattungszeremonien benutzt worden sind. Ausgegraben wurden neben verzierten Tonurnen mit menschlichen Überresten ebenso Gerätschaften zur Bierherstellung und Teller. Die Archäologen gehen deshalb von Festen zur Bestattung aus.

Mit der Anordnung der Steine lässt sich laut den Forschern ebenso der Wechsel zwischen Trockenzeit und Regenperiode bestimmen. Zur Sonnenwende fallen die Strahlen des Himmelsgestirns genau durch ein Loch in den Felsblöcken. Angezeigt wird auf diese Weise laut den Wissenschaftlern der Wechsel der Jahreszeiten.

Anhand der Verzierungen auf den Urnen werden diese dem Indiovolk Arawak zugeordnet, die einst in der Region gelebt haben. Ihre Nachkommen der Ethnie Palikur leben aktuell an der Grenze zwischen Amapá und Französisch Guiana.

Geplant ist eine touristische Nutzung der Anlage, die als “Parque Arqueológico do Solstício“ dem Munizip Calçoene gehört. Noch ist der Park wenig bekannt und wird fast ausschließlich von Forschern zur Aufklärung der vielen um die Megalithen ragenden Rätsel genutzt.