Bildungsangebot im Amazonasgebiet soll verbessert werden

Veröffentlicht am 12. Dezember 2013 - 15:51h unter Aktuelles aus Brasilien

escolas-indigenasUnicef hat dieser Tage ein Diskussionsforum realisiert, um das Bildungsangebot in der Region Amazônia Legal auf den Prüfstand zu stellen und Vorschläge zur Verbesserung auszuarbeiten. Als Resultat des Treffens ging ein Aktionsplan hervor, mit dem die Ausbildungsbedingungen vor allem in den schwer zugänglichen Ansiedlungen des Amazonasgebietes verbessert werden sollen. Als Amazônia Legal wird im größten Land Südamerikas das Gebiet des amazonischen Regenwaldes bezeichnet, welches neun Bundesstaaten Brasiliens ganz oder teilweise bedeckt.

An dem Treffen nahmen Repräsentanten vom Bildungsministerium, Vertreter von verschiedenen Beratungsgremien der Gemeinden und betroffenen Bundesstaaten, der Bevölkerung sowie Pädagogen teil. Sie diskutierten unter anderem einen Aktionsplan, mit dessen Hilfe das Recht der Kinder auf eine gute Schulbildung besser durchgesetzt werden soll. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die Buben und Mädchen der Indio-Dörfer, der Quilombos (Ansiedlungen, die einst von entflohenen Sklaven gegründet wurden), der Flussanlieger und anderer schwer zugänglichen Ansiedlungen im gigantischen Amazonasgebiet. Mit dem Aktionsplan sollen die verschiedenen Anforderungen herausgefunden werden, um dann zu entscheiden, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit Bund, Ländern und Gemeinden zur Ergänzung der Angebote beitragen kann.

Deutlich wurde bei den Diskussionen, dass Bildung nicht gleich Bildung ist. Für die Kinder der Indios sind im Lehrplan andere Inhalte notwendig als für die Kinder der Flussanwohner oder die Buben und Mädchen in der Stadt. Auch die Form der schulischen Massnahmen kann unterschiedlich sein. Es müsse jeweils auf die speziellen Bedürfnisse und Herausforderungen jedes Systems eingegangen werden, konstatierte Unai Sacona, Vertreter der Unicef für das Amamzonasgebiet.

Als größte Herausforderung bezeichnete Sacona die Logistik. Viele der Dörfer sind nur schwer zu erreichen. Verschärft wird die Situation noch in der Regenzeit, wenn große Teile der Region überschwemmt werden oder in Trockenperioden, wenn viele Flüsse nur schwer oder gar nicht beschiffbar sind. Die Flüsse sind jedoch in etlichen Regionen des Amazonasgebietes die einzigen Transportwege. An Verbesserungen wird bereits gearbeitet. Wie Antônio Lima vom Gemeindeverbund Uncme ausführte, wurde bereits versucht, die Unterrichtsperioden den klimatischen Bedingungen anzupassen.

Mehr Beachtung sollen zudem die Familien finden. Dies auch, um die Wichtigkeit der Schulausbildung zu verdeutlichen und so zu erreichen, dass mehr Kinder eingeschult werden sowie die Fehlzeiten und Schulabbrüche verringert werden. Einige Gemeinden garantieren bereits das Mittagessen in der Schule. Mit ihm soll nicht nur die Zahl der unterernährten Kinder verringert werden. Vielmehr wird der Schulbesuch aus rein ökonomischen Gründen für die in der Regel armen Familien auch attraktiver.