670.000 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet im Amazonas-Regenwald ausgewiesen

Veröffentlicht am 10. November 2014 - 14:39h unter Aktuelles aus Brasilien

Die brasilianische Regierung hat im Amazonasregenwald ein knapp 670.000 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es gehört einer der strengsten Schutzkategorien an und zeichnet sich durch seine Unberührtheit und seinen Artenreichtum aus. Die „Estação Ecológica Alto Maués“ (Esec Alto Maués) beherbergt unter anderem über 600 Vogelarten sowie 14 verschiedene Primatenarten, von denen drei vom Aussterben bedroht sind.

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Das neue Naturschutzgebiet befindet sich etwa 276 Kilometer von Manaus entfernt und grenzt an drei bereits bestehende Schutzeinheiten und ein Indio-Territorium an. Durchgeführt werden dürfen in ihm ausschließlich Schutzmaßnahmen und wissenschaftliche Studien. Darüber hinaus sind Besuche von Außenstehenden lediglich im Sinne der Umwelterziehung erlaubt.

Schon seit einigen Jahren wurde daran gearbeitet, das Gebiet für den Natur- und Artenschutz auszuweisen. Dass sich dies so lange hingezogen hat, lag unter anderem am Widerstand einiger Politiker sowie am Abbau von Mineralien interessierten Einrichtungen, da in dem Gebiet ein Goldvorkommen und der für die Landwirtschaft wichtige Kalk vermutet wird. Da mit dem Bau der Wasserkraftanlagen Tapajós im Bundesstaat Pará sieben Schutzgebiete beeinträchtigt werden, beschloss die Regierung, dies mit der Gründung der Esec Alto Maués auszugleichen. Kurz vor dem Abschluß der Präsidentschaftswahlen hat Präsidentin Dilma Rousseff nun ein Dekret zu dem Naturschutzgebiet erlassen.

Noch nicht ausgewiesen ist indes eine Pufferzone um das Naturschutzgebiet herum. Allerdings wurde bereits bestimmt, dass in diesem noch festzulegenden Bereich Bergbauaktivitäten betrieben werden können, so lange die Genehmigungsverfahren eingehalten werden.

Ob mit der Benennung zum Schutzgebiet dessen Fortbestand tatsächlich gewährleistet ist, wird sich zeigen müssen. Wie Studien immer wieder belegen, finden illegale Abholzungen auch immer wieder in den für den Naturschutz vorbehaltenen Zonen statt.

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