Peru: Amazonas-Regenwald weicht Kakao- und Palmölplantagen

Veröffentlicht am 13. August 2015 - 20:32h unter Aktuelles aus Peru

Terra-iIm Jahr 2014 sind in Peru 112.800 Hektar Regenwald abgeholzt worden. Der Verlust entspricht in etwa 0,15 Prozent des peruanischen Amazonas-Regenwaldes. Damit steht Peru in der Kahlschlagsliste der acht Länder, über die sich der größte Regenwald der Welt erstreckt, an zweiter Stelle bei den Abholzungen.

Die Daten stammen von „projeto Terra-i“, einer Initative, der fünf Forschungsorganisationen angehören, welche Veränderungen im Bestand der Regenwalddecke nahezu in Echtzeit überwachen. Im Vergleich mit den absoluten Kahlschlagsflächen ist in Peru allerdings viermal weniger Regenwald den Kettensägen zum Opfer gefallen als das 2014 in Brasilien der Fall war. Dort sind nach offiziellen Angaben etwa 480.000 Hektar Amazonas-Regenwald dem Erdboden gleich gemacht worden.

Am stärksten betroffen ist in Peru die Region Loreto im Nordosten des Landes, in dem der Amazonas-Regenwald um 49.000 Hektar geschrumpft ist. Als einen der Hauptgründe für die starke Abholzung führen die Analysten der Terra-i die Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen an. Im Norden der Region, dem Quellbereich des Amazonas, wird der Wald vor allem durch Kakao-Plantagen ersetzt, im Süden durch Dendêpalmen für die Palmölgewinnung.

Spitzenreiter beim Verhältnis der Kahlschläge zur Landesfläche ist Bolivien, in dem mit 83.000 Hektar 0,17 Prozent der Waldfläche verloren gegangen sind. In Kolumbien konnte hingegen ein drastischer Rückgang verzeichnet werden. Anders sieht es in Peru und Ecuador aus, in denen die Forscher eine Zunahme der Abholzungen beobachtet haben.

Insgesamt sind in den acht Ländern Amazoniens seit 2004 etwa 3,1 Millionen Hektar Regenwald verschwunden, über ein Drittel davon in Bolivien.

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