Indios überfallen Dorf in Perus Amazonas-Regenwald

Veröffentlicht am 23. Dezember 2014 - 22:31h unter Aktuelles aus Peru

176057d0-8854-42fa-ae90-39573ec927e8Bisher isoliert lebende Indios haben im peruanischen Amazonas-Regenwald an der Grenze zu Brasilien am Wochenende eine Siedlung überfallen. Wie es in einer Mitteilung des peruanischen Kulturministeriums heißt, sollen 200 Indios der Ethnie Mashco-Piro das Dorf Monte Salvado gestürmt und Nahrungsmittel gefordert haben. Die Mashco-Piros waren unlängst zum Ziel skrupelloser Tourismusagenturen geworden, die illegalerweise „Menschen-Safaris“ zu den isolierten Indios angeboten haben.

Im vergangenen August hat sich die Vereinigung der Einheimischen des Rio Madre de Dios bereits an die Regierung Perus gewandt, mit der Bitte, die Mashco-Piros vor der touristischen Ausbeutung zu schützen. Von der peruanischen Indio-Organisation FENAMAD wurden im September Bilder veröffentlicht, die zeigen, wie Touristen den Indios Kleidungsstücke, Nahrungsmittel und Erfrischungsgetränke darbieten. Durch die Kleidungsstücken können allerdings Krankheiten wie die Grippe übertragen werden, die für die Indios tödlich sein können. Ein anderes Problem sind evangelikale Missionare, die ebenso versuchen mit den isoliert lebenden Völkern Kontakt aufzunehmen, ohne die Gefahr der Krankheitsübertragung zu beachten.

Jetzt hat eine Gruppe der Mashco-Piros zum wiederholten Male das Dorf Monte Salvado in der Provinz Tambopata der Region Madre de Dios überfallen. Beim ersten Überfall sollen sie Haus- und Nutztiere umgebracht und Utensilien wie Seile, Töpfe und Beile entwendet haben. Darüber hinaus haben sie Schäden an einigen Häusern angerichtet. Zu Verletzten ist es nicht gekommen.

Nach dem zweiten Vorkommnis wird nun überlegt, die 39 Dorfbewohner zu evakuieren. Diese befürchten, dass es zu weiteren Attacken kommen wird, auch wenn die Mashco-Piro-Indios sich derzeit scheinbar zurückgezogen haben. Von der FENAMAD wird zudem ein Eingreifen von Seiten der peruanischen Regierung gefordert, um die noch isoliert lebenden Völker des Amazonas-Regenwaldes zu schützen. Desweiteren setzen sie sich für die Umsetzung eines umfassenden Programmes ein, das unter anderem die Ausweisung eines Indio-Gebietes für die Mashco-Piros vorsieht.

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