20 interessante Fakten und Ansichten zu Amazonien

Veröffentlicht am 21. Februar 2013 - 23:48h

Amazonien ist ein Öko-Gigant, der sich kaum beschreiben lässt. Es ist eine Region der Superativen, obwohl viele Dinge noch gar nicht erforscht geschweige denn entdeckt wurden. Vermutlich existieren noch Millionen Spezies von Flora und Fauna, die in keinem Katalog zu finden sind und vielleicht sogar aussterben, bevor sie ein menschliches Auge je erblickt hat. Wir vom AmazonasPortal haben einmal die zwanzig interessante Fakten und Ansichten zum Thema „Amazonien“ zusammengestellt. Die Reihenfolge ist zufällig gewählt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Eine Rangliste kann man bei all den Rekorden sowieso keinesfalls aufstellen.

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1. Das kontinentale Amazonien ist die letzte grosse, kontinuierliche Fläche tropischen Regenwaldes unseres Planeten.

2. Das kontinentale Amazonien ist von mehr als 60 Prozent des tropischen Regenwaldes bedeckt, welcher auf dem Planeten Erde noch existiert.

3. Achtzig Länder besitzen tropischen Regenwald. Brasilien erhält ein Drittel der gesamten tropischen Regenwaldgebiete, die auf der Erde übrig geblieben sind.

4. Das Amazonas-Becken entleert ein Fünftel allen Wassers, das von den übrigen Flüssen des Planeten Erde ins Meer geleitet wird. Der Rio Amazonas hat mehr als 7.000 Zuflüsse und besitzt 25.000 Kilometer an schiffbaren Wasserwegen. Ausgetreckt würde er mit seiner Länge von 6.868 Kilometern von Berlin bis New York reichen.

5. Das Amazonas-Becken bedeckt 3,89 Millionen Quadratkilometer des brasilianischen Territoriums – oder 45 Prozent Brasiliens.

6. Amazonien enthält die grösste Biodiversifikation des Planeten Erde. Das Biom beherbergt zirka 25 Prozent der Flora- und Fauna-Spezies der Welt, darunter mehr als 50.000 Pflanzenarten, jeweils 300 Säugetier- und Reptilienarten sowie mehr als 1.300 Vogelarten.

7. Letzte Schätzungen nehmen an, dass die Regenwälder dieser Welt bis zu 30 Millionen Arten von Insekten beherbergen könnten.

8. Die jährliche Niederschlagsmenge im Amazonasbecken beträgt 15 Trilliarden Kubikmeter! Ein Viertel der Niederschlagsmenge verdampft, in Viertel wird von der Vegetation aufgenommen und die verbleibendene Hälfte von der Vegetation aufgenommen.

9. In Amazonien leben zirka 17 Millionen Menschen – die demografische Dichte beträgt demnach zirka 3,4 Einwohner pro Quadratkilometer. 62 Prozent dieser Bevölkerung leben in urbanen Zentren wie Manaus, der Rest im abgelegenen Hinterand.

10. Amazonien ist nicht erst seit ein paar hundert Jahren besiedelt. Die ältesten in der Region entdeckten Keramikfunde werden auf bis zu 12.000 Jahre datiert.

11. Unter den parasitären Krankheiten, unter denen die einheimische Bevölkerung zu leiden hat, ist die Malaria weitaus die häufigste.

12. 78 Prozent der so genannten “Terra-firme“-Böden sind von Natur aus nur gering fruchtbar. Daher ist extensive Landwirtschaft kaum möglich. Die Regierung war in der Vergangenheit mehrfach mit Ansiedlungsprojekten von Kleinbauern gescheitert.

13. Es wird geschätzt, dass eine Gesamtfläche von 500.000 Quadratkilometern Amazoniens entwaldet worden sind – zirka 12,5 Prozent des Originalbestandes. Während der 80er Jahre erreichte die Waldrodung im Bundesstaat Rondônia 35 Quadratkilometer pro Tag – das entspricht der Grösse eines Fussballfeldes alle 10 Sekunden!

14. Die überschüssige Sauerstoffproduktion des Regenwaldes beträgt rund 96 Tonnen pro Jahr, was nur etwa 0,00008% der Atmosphäre entspricht. Andererseits absorbiert der Regenwald eine signifikante Menge an Kohlendioxyd und darf daher durchaus als ökologischer CO₂-Filter betrachtet werden.

15. In einigen Flüssen des Amazonasgebiets kann der unterschiedliche Wasserstand zwischen der Trockenperiode und der Regenzeit einem Gebäude von acht Stockwerken entsprechen.

16. In den Flüssen Amazoniens gibt es die grösste Anzahl von Fisch-Spezies der ganzen Welt. Schon 1.500 Arten von ihnen wurden wissenschaftlich beschrieben, man darf jedoch annehmen, dass es mindestens doppelt so viele sind. Und das entspricht zirka 15-mal der Zahl von Fischarten, die man in den Flüssen Europas katalogisiert hat.

17. Der Amazonasstrom reisst so enorme Erd- und Sandmassen mit sich und spült sie ins Meer, dass die Küste des Bundesstaates Amapá und die von Französisch-Guayana zusehends wachst. Auf Satellitenbildern ist die Vergrößerung der Landmasse bereits deutlich zu erkennen.

18. Während die eingewanderte Bevölkerung Brasiliens sich um das 27-fache vermehrt hat, hat die eingeborene Bevölkerung in den letzten 500 Jahren um das 20-fache abgenommen. Als die Portugiesen das Land betraten, gab es rund 6 Millionen Indios mit 1.300 eingeborene Sprachen in Brasilien – geblieben sind 430.000 Indianer mit 170 unterschiedlichen Sprachen.

19. Naturkautschuk hat Amazonien in seiner Geschichte bislang den größten Profit gebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts lag das Pro-Kopf-Einkommen im Regenwald doppelt so hoch wie bei den Kaffebaronen im Südosten des Landes. Zudem war Manaus einst eine Weltmetropole im Handel von Gold und Diamanten.

20. Wissenschaftler haben errechnet, dass der derzeitgie Klima-Nutzen des Amazonas-Regenwalds mindestens einem Gegenwert von einer Trillion Dollar (1.000.000.000.000.000.000) entspricht. Andere Studien gehen davon aus, dass die Weltgemeinschaft mehr als 3 Trillionen US-Dollar jährlich investieren müsste, um einen Erderwärmungseffekt zu kontrollieren, der sich ohne den Amazonas-Regenwald wesentlich verstärken würde.

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