Kolumbien: Oberstes Gericht gewährt Amazonas-Regenwald Bürgerrechte

Veröffentlicht am 11. April 2018 - 07:21h unter Aktuelles aus Kolumbien

Das Oberste Gericht Kolumbiens hat angeordnet, dass der Amazonas-Regenwald künftig so geschützt werden soll, als wäre er eine Person. Die Bürgerrechte sind dem Regenwald zuerkannt worden, nachdem 25 Kinder und Jugendliche eine Aktion ins Rollen gebracht haben. Unterstützt wurden sie von der Nichtregierungsorganisation Centro de Estudios de Dereche, Justicia y Sociedad (Desjustícia).

Floresta Amazônica – Foto: Cristino Martins/Agencia Para Data

Kolumbien hatte sich eigentlich zu einem “Null-Kahlschläge“ verpflichtet und erklärt, die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes bis 2020 gänzlich zu unterbinden. Über die Verpflichtung hinaus ist allerdings nicht viel passiert. Stattdessen ist die Kahlschlagsrate zwischen 2015 und 2016 um 44 Prozent von 56.972 auf 70.074 Hektar gestiegen.

Jetzt haben die Kinder und Jugendlichen darauf bestanden, dass die Regierung die Rechte künftiger Generationen auf eine gesunde Umwelt, das Leben, Nahrungsmittel und Trinkwasser verteidigt.

Die sind durch die Rodungen Amazoniens gefährdet, zum Einen, weil dadurch das Regenregime verändert wird und zum Anderen, weil die Kahlschläge zu den Treibhausgasen und damit zur Klimaveränderung beitragen.

Letztlich landete die Aktion vor dem Obersten Gericht Kolumbiens. Das hat angeordnet, dass die regionalen Regierungen sowie die Landesregierung einen Aktionsplan zum Schutz Amazoniens auflegt. Erstellt werden soll er in den nächsten Monaten. Die Munizipe müssen in ihre Flächennutzungspläne zudem den Umweltschutz Platz einräumen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Behörden und Regierungen ihre Aufgaben der Kontrolle und des Schutzes der natürlichen Ressourcen nicht nachkommen und die Bestrafung von Zuwiderhandlungen des Umweltrechtes mangelhaft sei. Dem Amazonas-Regenwald hat es zudem den Status einer Person mit Grundrechten gewährt.

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