Gesündeste Herzen der Welt schlagen im Amazonas-Regenwald

Veröffentlicht am 31. März 2017 - 12:59h unter Aktuelles aus Bolivien

Tsimané Fischer – Foto: Handout Video

Die gesündesten Herzen der Welt schlagen im Amazonas-Regenwald. Sie gehören den Menschen des Volkes der Tsimané, die vom Fischfang, der Jagd und dem Ackerbau mitten im bolivianischen Amazonas-Regenwald leben. Ihr Lebensstil ist es auch, mit dem Mediziner die außerordentliche Gesundheit der Herzen dieses Indiovolkes erklären.

Nach einer im “Lancet“ veröffentlichten Studie weisen die Arterien der Tsimané das geringste Niveau an Kalkeinlagerungen auf. Geschätzt wird, dass ein achtzigjähriger Mann dieses Volkes das gleiche vaskuläre Alter eines etwa 50-jährigen Amerikaners hat. Im Durschnitt sind die Arterien der Tsimané etwa 28 Jahre jünger, als die der Menschen der westlichen Gesellschaft, heißt es von Randall Thompson vom Hospital St. Luke in Kansas City (USA).

Die Zahl der Tsimané wird auf 6.000 geschätzt. Sie leben im Indio-Territorium und Nationalpark Isiboro Sécure in Bolivien. Zwischen 2014 und 2015 haben die Mediziner und Wissenschaftler 85 verschiedene Stämme besucht und deren Risiko an Herzproblemen zu erkranken studiert. Durchgeführt wurden unter anderem Computertomographien und Blutuntersuchungen an 705 Männern und Frauen zwischen 40 und 94 Jahren.

Das Ergebnis ist für Westliche erstaunlich. Danach besteht bei 85 Prozent der Untersuchten kein Risiko für Herzkrankheiten und bei nur drei Prozent ein mittleres oder hohes Risiko. Bei der Vergleichsgruppe mit 6.814 Nordamerikanern waren hingegen nur 14 Prozent ohne Risiko.

Die Chancen, dass ein Tsimané Arteriosclerose aufweist sind so gering, wie bei keinem anderen Volk, konstatiert Anthropologe Hillard Kaplan von der Universität Novo México. Er hat die Studie geleitet und verweist auf den Lebensstil der Indios sowie deren Ernährung mit geringen Mengen an gesättigten Fetten und hohen Mengen an nicht prozessierten Kohlenhydraten reich an Fasern.

Ein Grund liegt auch in der Bewegung. Laut Studie sind die Tsimané nur zehn Prozent des Tages inaktiv, während sie täglich körperlich sechs bis sieben Stunden arbeiten. Die Genetik scheint laut den Wissenschaftlern hingegen kaum eine Rolle zu spielen.

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