Amazonas-Manati – Peixe-boi da Amazônia

Veröffentlicht am 20. November 2011 - 18:56h unter Säugetiere
Überblick
  • Portugiesisch: Peixe-boi da Amazônia
  • Spezies: Trichechus inunguis
  • Familie: Trichechidae (Rundschwanzseekühe)
  • Ordnung: Sirenia (Seekühe)
Foto

Der Amazonas-Manati wird wegen seines Kopfes in Brasilien “Peixe-Boi“ genannt Ochsen-Fisch – weil er einem Kuh Kopf ähnelt), ernährt sich von Wasserpflanzen, vor allem der “Canaria“ (Hymnischen amplexicaulis).

Vorkommen

In Südamerika: Im Amazonasstrom – von Ecuador und dem nördlichen Peru bis zu seiner Mündung – sowie am Unterlauf seiner zahlreichen Nebenflüsse. Isolierte Populationen auch in den Flüssen Rio Rupununi und Rio Essiquibo in Guyana.

Lebensraum

Das Tier lebt immer unter Wasser – lediglich seine Nasenlöcher werden an der Wasseroberfläche sichtbar beim Luftholen. Es nutzt die Stellen mit dichter aquatischer Vegetation und ist deshalb selten zu entdecken.

Nahrung

Wie alle Vertreter dieser Familie sind Rundschwanzseekühe Vegetarier, die sich von den verschiedensten im oder auf dem Wasser gedeihenden Pflanzen ernähren. Dabei nehmen sie auch Kleinlebewesen zu sich. Da sie in Gefangenschaft auch Fische als Nahrung akzeptieren, nimmt man an, dass diese auch in Freiheit eine Rolle auf ihrem Speiseplan spielen.

Fortpflanzung

Seine geringe Fortpflanzungsquote (zirka 1 Geburt alle 4 Jahre) und die illegale Jagd bringen es mit sich, dass dieses Tier zu den am meisten bedrohten Arten Amazoniens gehört. Es wurde keine bestimmte Paarungszeit beobachtet, eine Befruchtung ist also ganzjährig möglich. Die Tragzeit dauert in der Regel 12 bis 13 Monate, und es wird nur ein einziges Jungtier geboren – das zwischen 10 bis 15 Kilogramm wiegt und relativ weit entwickelt ist, denn es kann sofort schwimmen und selbständig Luft holen – manchmal reitet es auf dem Rücken der Mutter. Die hat zwei Zitzen in Achselhöhe, mittels deren sie das Junge bis zu drei Monaten lang säugt.

Nach einem bis drei Monaten nehmen Jungtiere erstmals feste Nahrung zu sich, endgültig entwöhnt sind sie nach einem oder zwei Jahren. Die enge Bindung der Mutter zu ihrem Nachwuchs setzt sich aber auch später noch fort. Weibchen erreichen die Geschlechtsreife nach drei bis vier Jahren, männliche Tiere erst nach neun bis zehn Jahren. Rundschwanzseekühe sind relativ langlebige Tiere und können ein Alter von bis zu 60 Jahren erreichen.

Populations-Status

Stark gefährdet.

Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
Peixe-boi da Amazônia (Trichechus inunguis)
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Beschreibung

Dieses ausschliesslich auf ein Leben unter Wasser angepasste Säugetier ist von dunkelgrauer Färbung, mit glatter Haut, einem abgerundeten Körperbau – seine vorderen Gliedmassen sind als Flossen ausgebildet, sein abgeflachter Hinterleib endet in zwei Ruderfüssen. Kleine Augen – äussere Ohren fehlen ganz. Brust und Bauch präsentieren einen grossen, unregelmässigen weissen Flecken. Sein Fleisch ist äusserst beliebt, und man kann aus einem erwachsenen Exemplar bis zu 200 Liter Öl extrahieren. Aus diesem Grund wird der Manati von den Flussbewohnern gejagt.

Die Tiere fressen mehr während der Hochwasserzeit, wenn die neue Vegetation erscheint. Während der Trockenzeit ziehen sie sich in die niemals austrocknenden Gewässer zurück, wo sie auch ohne Nahrung mehrere Wochen auskommen können. Sie können sich sowohl im Süss- wie im Salzwasser wohlfühlen – in Flüssen wie in angegliederten Seen und bei jeder Strömung. Inzwischen sind Manatis in Amazonien selten geworden und von der Ausrottung bedroht – und wie immer, ist der Mensch daran schuld. In Südamerika und der Karibik wird er wegen seines Fleisches, seines Öls und seiner Haut gejagt – in den USA werden viele Manatis durch Schiffsschrauben getötet oder verstümmelt. Nur noch wenige Populationen sind bekannt – trotz des legalen Schutzes – immer noch werden sie von ignoranten Menschen in abgelegenen Gebieten gejagt.

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