Paradiesnuss

Veröffentlicht am 24. November 2011 - 15:16h unter Bäume
Überblick
  • Portugiesisch: Sapucaia
  • Art: Lecythis pisonis
  • Familie: Lecitidaceae (Topffruchtgewächse)
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Einer Reihe von Arten der Gattung Lecythis hat man die Trivialnamen “Paradiesnuss“ oder “Sapucaia-Nuss“ gegeben – in Brasilien nennen die Einheimischen sie auch “Cabeça-de-macaco“ (Affenkopf) wegen der typischen Form ihrer Früchte.

Morphologische Merkmale

Die Bäume aus der Gattung Lecythis gehören zu den Riesen des Regenwaldes, sie können Wuchshöhen bis über 40 Meter erreichen – ihr gerader, astfreier unterer Stammabschnitt kann 20 Meter und mehr betragen, und einen Durchmesser bis zu zwei Meter haben. Der Stamm weist tiefe Einkerbungen in vertikaler Richtung auf. Die Laubblätter sind wechselständig und gestielt. Das Kernholz ist lachsfarben – das Splintholz von gelblicher Färbung.

Die kinderkopfgrossen Früchte brauchen etwa 10 Monate, bis sie ihr Reifestadium erreicht haben (August und September in Amazonien) – gleich danach (im Oktober) beginnt der Baum wieder zu blühen. Die Früchte der Lecythis-Spezies unterscheiden sich wohl in Grösse und Format, sind sich aber im Aufbau sehr ähnlich. Ihr Grundprinzip ist eine becher- bis krugartige Fruchtkapsel mit einem Deckel (deshalb die wissenschaftliche Bezeichnung “Pyxis-Früchte“ – abgeleitet vom griechischen Wort für Krug). Bei der reifen Frucht gehen die Deckel auf und fallen ab – die freigelegten Samenkerne sind den Paranüssen ähnlich, haben aber eine dünnere Schale – und sind grösser als diese. Die Lecythis-Kerne (Samen) haben einen starken Ölgehalt (75%) und schmecken besser als die Paranüsse.

Die Fledermaus Phyllostomus hastatus gilt als Hauptverbreiter der Samen, von denen sie durch ein paar Nektartropfen angelockt wird, die sich an einer Extremität der Samenkerne befinden.

Herkunft

Amazonien – Brasilien und Anliegerländer.

Verbreitung

Kommt im okzidentalen Teil Amazoniens vor, besonders entlang des Amazonasstroms – sowie im Atlantischen Regenwald der brasilianischen Bundesstaaten Piauí bis São Paulo.

World Environment Day, 5 June
Shade play  .  .  .
Fifty shades of fuchsia . . .
October showers  .  .  .
Lecythis pisonis
Something's hatching  .  .  .
Every pot has its lid . . .
First cousins  .  .  .
High and dry  .  .  .
Sapucaia / Lecythis pisonis
Sapucaia / Lecythis pisonis, Brasília
Spring attire  .  .  .
Lecythis pisonis, sapucaia
Lecythis pisonis, sapucaia
Lecythis pisonis, sapucaia
Lecythis pisonis, sapucaia
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Beschreibung

Zusammen mit der Paranuss (Bertholletia excelsa) und acht weiteren Gattungen bilden 26 Lecythis-Arten die neotropische Unterfamilie der Lecythidioideae innerhalb der Familie Topffruchtbaumgewächse (Lecythidaceae).

Die meisten Lecythis-Arten – und auch die Paranuss – haben eine besonders interessante Eigenschaft: Sie sammeln und speichern Selen – das heisst: Dieses schwefelähnliche Element wird von ihren Wurzeln dem Boden entzogen und in den Samenkernen konzentriert. Je nach Bodenbeschaffenheit können diese Selenspeicher hohe Konzentrationen erreichen, deshalb kann ein übermässiger Konsum der Kerne zu einer Selen-Intoxikation führen. Auf der anderen Seite kann man die Paradiesnüsse nach ihrer Verarbeitung als diätetische Selen-Quelle nutzen, denn dieses Spurenelement ist für die Gesundheit von Mensch und Tier von grosser Bedeutung!

Eine Kultivierung des Baumes war bisher selten erfolgreich, weil er viele tierische Fressfeinde hat. Das Holz findet Verwendung als Gleisschwellen, im Schiffbau und für Fussböden.