Erderwärmung löst Dürren und stärkere Überschwemmungen in Amazonas-Regenwald aus

Veröffentlicht am 20. Oktober 2015 - 07:14h unter Nachrichten aus Amazonien

dry ground

Foto: Pabkov / Fotolia.com

Mit der Erdwärmung ist in der Amazonas-Region künftig mit häufigeren Wetterextremen zu rechnen. Forscher gehen davon aus, dass bis 2050 im Osten des Amazonas-Regenwaldes mit stärkeren Dürren zu rechnen ist. Gleichzeitig erwarten sie größere Überschwemmungen im Westen der Region.

In der Studie haben Wissenschaftler des Woods Hole-Forschungszentrums in Massachusetts (USA) und des Amazonasforschungsinstitutes Ipam 35 Computersimulationen über das Klima in der Amazonas-Region ausgewertet. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass sich schon in naher Zukunft die Extreme häufen werden. Ausgegangen sind sie dabei davon, dass die CO²-Emissionen nicht sinken, sondern weiter steigen werden. Sollte dies der Fall sein, werden sich die moderaten Trockenperioden und Dürren bis 2100 verdoppeln und verdreifachen. Ab 2040 wird zudem mit stärkeren Überschwemmungen gerechnet.

Warum das Wettergeschehen für den Osten und Westen des Regenwaldes so unterschiedlich ausfallen wird, wird bisher nur mit Annahmen erklärt. Eine Erklärung ist die unterschiedliche Erwärmung des pazifischen und des atlantischen Ozeans. Bei Oberflächentemperaturen des Pazifik unter dem Mittel geht die Tendenz in Richtung verstärkter Regenfälle und Überschwemmungen im Westen, so die Wissenschaftler. Die Dürren werden hingegen mit dem El-Niño in Verbindung gebracht sowie mit den Oszilationen der Temperaturen des Atlantik.

Ändert sich der Druck zwischen dem Atlantik und Amazonien, wird weniger Feuchte vom Meer zum Regenwald getragen. Die Folge davon sind Dürren, wie sie 2010 und 2005 in der Region beobachtet wurden.

Nicht mit eingeflossen sind bei den Berechnungsmodellen allerdings die Kahlschläge im Amazonas-Regenwald und deren Auswirkungen auf das lokale Klima. Feststeht indes, dass die Abholzungen die Evapotranspiration des Waldes verringern, Feuchtigkeit, die von den Bäumen an die Luft abgegeben wird. Eine weitere Verminderung der Walddecke kann somit Ernste Folgen haben und laut den Wissenschaftlern die Dürren noch weiter verstärken.

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