Brände im Amazonasgebiet: „Brasilien exportiert Rauchschwaden!“

Veröffentlicht am 6. August 2014 - 13:59h unter Nachrichten aus Amazonien

Fires_along_the_Rio_Xingu,_BrazilDie Abholzung im brasilianischen Amazonas-Regenwald ist nicht nur vor Ort zu spüren, sondern auch in den angrenzenden Ländern. Eine Studie zeigt nun auf, dass der Rauch der gewaltigen Feuer auf den Kahlschlagsflächen bis nach Bolivien, Peru und Paraguay zieht.

Nirgendwo in ganz Südamerika werden so viele Brandherde gezählt wie in den brasilianischen Bundesstaaten Pará, Rondônia, Amazonas, Acre und Mato Grosso, wie von einem Wissenschaftler des brasilianischen Raumforschungsinstitutes Inpa konstatiert. Auch der Großteil der Rauchschwaden über Südamerika stammt aus den nordbrasilianischen Staaten, die zum Amazonasgebiet zählen. Brasilien exportiere den Rauch buchstäblich, sagte Saulo Ribeiro de Freitas vom Inpe bei einem Wissenschaftsforum an der Universität in Rio Branco, in Acre.

In den Wäldern Südamerikas könnten an manchen Tagen bis zu 5.000 verschiedene Brandherde ausgemacht werden, so Freitas. Gemeinsam erzeugen sie über die Zeit hinweg Rauchfahnen, die von den warmen Luftmassen der nördlichen Region und des Zentrums Brasiliens in Richtung Südwesten transportiert werden. Wie die Auswertung von Satellitenbildern ergeben hat, können sie dabei Flächen von fünf Millionen Quadratkilometern abdecken und sind damit etwa so groß wie der brasilianische Amazonasregenwald selbst. Die Rauchwolken ziehen dabei in die Nachbarländer Peru, Bolivien und Paraguay und häufig auch bis nach Argentinien.

Nach Brasilien zurück gedrängt werden die Rauchwolken hingegen, wenn sich ihnen eine antarktische Kaltfront entgegenstellt. Dann könne es sogar vorkommen, dass der Rauch über der Megametropole São Paulo zu beobachten sei.

Mit Hilfe des Supercomputers Tupã und der Satelliten können die Wissenschaftler dabei feststellen, welcher Brandherd in welchem Umfang zur Luftverschmutzung beiträgt. Herausgefunden wurde, dass die für die Gesundheit schädlichen Rauchpartikel, die von den Brandherden im Amazonasgebiet erzeugt werden, an fünf bis zehn Tagen im Jahr die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) überschreiten. Während der Trockenzeit zwischen Juli und November können die Partikel in der Luft im Bundesstaat Acre sogar an bis zu 30 Tagen diese Werte übersteigen. Allerdings stammen dann die Rauchschwaden fast immer aus der Region selbst.

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