Grossblättriges Aronstabgewächs

Veröffentlicht am 22. November 2011 - 08:52h unter Wasserpflanzen
Überblick
  • Portugiesisch: Aninga
  • Art: Montrichardia linifera
  • Familie: Araceae (Aronstabgewächse)
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Die Wasserpflanze ist äusserst häufig in Amazonien sowie im brasilianischen Küstengebiet. Man kennt sie dort unter den volkstümlichen Bezeichnungen “Aninga – Aningaçu – Aningaíba und Aninga-do-igapóʺ – sie gehört zur Familie der “Araceaeʺ, von der es zirka 105 Ordnungen und etwa 3.300 Arten gibt.

Morphologische Merkmale

Die “Aninga” ist eine aquatische Makrophyte, eine Herbacea, die im Wasser wächst – auf vom Wasser bedeckten vom Wasser durchwirkten Böden. Sie erreicht eine Höhe von 4 bis 6 Metern, mit Blättern, die zwischen 45 bis 66 cm Länge und 35 bis 63 cm Breite erreichen. Die Frucht der “Aningaʺ – vielmehr das Fruchtgebilde, bestehend aus Einzelfrüchten, die aneinander kleben und so eine Art Rispe bilden – dienen den Vegetariern des Tierreichs, wie dem Amazonas-Manati, den Capivaras und den Schildkröten zur Nahrung. Die Pflanze bildet Blüten von weiss-gelber Farbe aus.

Herkunft

Brasilien

Vorkommen

Sumpfgebiete und andere aquatische Ambiente, wie überschwemmte Areale, Flussufer und Bäche.

Kurzbeschreibung

Eine Studie, die von Forschern der staatlichen Universität von Pará (UFPA) und des Museu Paraense Emílio Goeldi (MPEG) durchgeführt wurde, um die therapeutischen Eigenschaften dieser Pflanze zu untersuchen, stellt fest: Ihre Blätter, die hochgradig toxisch sind, absorbieren Metalle und können zur Bekämpfung der Verschmutzung eingesetzt werden.

Diese Untersuchung wurde durch die weit verbreitete therapeutische Nutzung der Pflanze durch die Flussbewohner Amazoniens motiviert. Der Gesamtumfang der Studie ist noch nicht abgeschlossen, aber schon jetzt bestätigt sie den Ruf der Aninga als giftige Pflanze: “Ihr Saft ist ätzend und verursacht Verbrennungen auf der Haut – im Kontakt mit den Augen kann er zur Erblindung führenʺ, erklärt die Chemikerin Cristine Amarante, Forscherin der UFPA und erste Autorin der Studie.

Wegen der hohen Konzentration von Metallen in ihren Blättern kann man diese Pflanze als natürlichen Filter betrachten, die grosse Mengen von Mangan, Magnesium und anderer Mineralien aufnimmt, die im Boden vorhanden sind. Und genau deshalb kann man sie auch als Filter gegen Boden und Wasser verunreinigende Teilchen einsetzen.

Mit anderen Worten: Die Pflanze besitzt ein grosses Potenzial, um ein Ökosystem wieder ins Gleichgewicht zu bringen, indem sie organische und nichtorganische Levels kontrolliert und als natürlicher Filter für die Sauberkeit der Flüsse und des Bodens fungiert.

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