Brasilholz – Pau Brasil

Veröffentlicht am 24. November 2011 - 13:52h unter Bäume
Überblick
  • Portugiesisch: Pau Brasil
  • Art: Caesalpinia echinat
  • Familie: Fabaceae (Hülsenfrüchtler)
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Harz und Rinde des Brasilholz sind von intensiver, rötlicher Färbung, das hat dermal einst die portugiesischen Invasoren an die Glut (Brasa) eines Feuers erinnert – also nannten sie diesen Baum “Pau Brasil“ (glühendes Holz) – und in Deutsch wurde daraus “Brasilholz“. Der spätere Name des kolonialen Territoriums, das sich die Portugiesen vom neu entdeckten Kontinent einverleibten, stammt eben von diesem “glühenden Holz“.

Morphologische Merkmale

Caesalpinia echinata ist ein Baum mittlerer Grösse – zwischen 8 und 30 Metern – er erreicht einen Stammdurchmesser von bis zu 70 Zentimetern. Er wächst langsam – abhängig vom Klima und der Bodenbeschaffenheit – er ist allerdings nicht besonders anspruchsvoll. Je nach Standort entledigt er sich eines Teils seiner Blätter während der Trockenzeit. Sie sind wechselständig an den Zweigen angeordnet und zweifach gefiedert. Borke und Rinde sind mit Dornen bestückt. Die gelben Blüten – sie erscheinen zwischen August und September als aufrecht stehende Trauben an den Zweigen – sind nur über kurze Zeit bestäubungsfähig. Sie strömen einen süsslichen Zitrusduft aus. Die Blütezeit ist innerhalb von 10 bis 15 Tagen vorbei.

Die Früchte sind Hülsen zwischen 6 und 8 cm Länge, von 5 mm langen Stacheln bedeckt und leicht gebogen. Wenn sie reif sind, platzen sie auf, rollen sich etwas ein und geben jeweils zwei bis drei bräunliche Samen von 1 bis 1,5 cm Durchmesser frei.

Herkunft

Atlantischer Regenwald – brasilianische Küstengebiete

Verbreitung

Zwischen den Bundesstaaten Rio Grande do Norte und Rio de Janeiro – in Bahia, Espirito Santo und Pernambuco. Der Baum wächst ursprünglich auf Böden, die sich auf sandigen, marinen Ablagerungen entwickelt haben, im “Mata Atlântica“, dem Regenwald entlang der brasilianischen Atlantikküste.

Beschreibung

Es war 30 Jahre lang das einzige Produkt, welches die portugiesische Kolonialmacht zu nutzen verstand: Es wurde zur Gewinnung eines wertvollen roten Farbstoffes, den sie “Brasiliens“ nannten, nach Europa verschifft. Ein ähnliches Rotholz war seit dem 13. Jahrhundert aus asiatischen Kolonien in Europa bekannt und importiert worden – jetzt bekam das Holz aus der “Terra do Brasil“ eine noch grössere wirtschaftliche Bedeutung. Mit Brasilholz gefärbte Stoffe leuchteten scharlach- und karminrot – allerdings wandelten sich die Farben nach einiger Zeit in ein Braunrot. Weil man zu jener Zeit die rote Farbe besonders schätzte, es aber an roten Farbstoffen mangelte, war Brasilholz als Färbemittel bis ins 17. Jahrhundert sehr begehrt. Das Holz selbst wurde in der Kolonialzeit auch als Baumaterial und zur Herstellung von Möbeln verwendet.

Mit der gross angelegten Ausbeutung dieser Brasilholz-Ressourcen war die Vernichtung weiter Regenwaldgebiete an der Atlantikküste eingeleitet und führte bis zum Jahr 1850 auch zu einer enormen Dezimierung jenes Baumes, der diesem Land einst den Namen gegeben hat. Heute steht er unter Naturschutz: Durch einen Gesetzeserlass vom 7.12.1978 wurde Caesalpinia echinata zum “Nationalbaum Brasiliens“ erklärt.

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