Brände während Trockenzeit schwächen Amazonas-Regenwald

Veröffentlicht am 15. April 2014 - 16:48h unter Nachrichten aus Amazonien

IMG_1766_fWas viele schon geahnt haben, wurde jetzt mit einer wissenschaftlichen Studie bestätigt: die anhaltende Abholzung und Zerstückelung des Amazonas-Regenwaldes machen ihn anfälliger für Brände. Besonders in trockenen Jahren können diese zu nachhaltigen Schäden des einzigartigen Bioms führen, wie es in dem amerikanischen Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) heißt.

Über acht Jahre hinweg wurden im tropischen Regenwald Studien betrieben, bei denen kontrollierte Testflächen abgebrannt wurden. Dabei stellten die Wissenschaftler der National Science Foundation, des Amazonasinstitutes Ipam, der Carnegie Institution for Science und des Woods Hole Research Center fest, dass es für den Regenwald weitreichende Konsequenzen haben kann, wenn die Feuer mit Trockenzeiten einhergehen. Ganz abgesehen davon, dass sich durch die Trockenheit die Brände leichter und schneller ausbreiten, bleibt dem Wald auch weniger Kraft, um sich wieder zu erholen. In einem Experiment zeigte sich sogar, dass bis zu 60 Prozent der Bäume ganz absterben. Oft breiten sich zudem auf diesen kahlen Flächen exotische Gräser aus, die wiederum eine natürliche Wiederbewaldung verzögern oder gar verhindern.

Es kann zudem zu einen für den Amazonasregenwald gefährlichen Kreislauf kommen. Besonders in kleineren Waldrestflächen und zerstückelten Bereichen trocknet der Boden in heißen Jahren aus. So können die Bäume über die Wurzeln weniger Wasser aufnehmen. Um den Wasserbedarf zu senken, werfen die Bäume Blätter ab, die wiederum Zunder für Brände sind.

Die Wissenschaftler fordern deshalb, dass es nicht nur Programme zur Vermeidung von Kahlschlägen sondern auch zur Vermeidung von Bränden geben sollte. Parallel müssen Anreize für Kleinbauern geschaffen werden, damit diese ihre Art der Landbewirtschaftung ändern. Denn nach wie vor werden viele Felder nach der Ernte abgebrannt. Besonders in Trockenzeiten greifen die Feuer oft auf den benachbarten Wald über. Für notwendig halten die Forscher zudem bessere Brandkontrollen und die Bildung von freiwilligen Feuerwehrtruppen, bestehend aus der Landbevölkerung und den ebenfalls doert lebenden Indios.

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