Fische in Amazonien

Veröffentlicht am 25. November 2011 - 08:42h

Fische leben und sterben in Amazoniens Flüssen. Während die Dinge über Wasser relativ ruhig erscheinen, wimmelt es in den Strömen und Nebenflüssen Amazoniens von mehr als 2.000 Fischarten, inklusive der gefürchteten Piranhas und elektrischen Aale. Was viele andere Tiere in freier Wildbahn betrifft, kann man mit Sicherheit sagen, dass eine Menge noch unbekannter Spezies darauf warten, entdeckt zu werden.

Welche Fische bevölkern die Flüsse Amazoniens?

Von den bisher von der Wissenschaft beschriebenen Arten sind 40% Katzenfische und Salmler – inklusive der Neonsalmler (Hyphessobrycon innesi), der Punktierte Kopfsteher (Chilodus punctatus), der Beilbauchsalmler (Gasteropelecus levis), der Panzerwels (Corydoras geneus) and der Pfauenaugenbuntbarsch (Astronotus ocellatus).

Der Surubí-Fisch oder Tigerwels

Der Surubí-Fisch oder Tigerwels

Unter die grossen Fische dieses grössten Fluss-Systems unseres Planeten pflegt sich ein Besucher zu mischen, der eigentlich im Meer zuhause ist: der Bullenhai (Carcharhinus leucas), in Brasilien “Cabeça-chata“ (Flachkopf) genannt. Ein Exemplar dieser Spezies – so berichten Ulrich Werder und Carlos Elysio Alnhati in einem Artikel, der in den “Actas Amazônicas“ vom März 1981 erschien – wurde in Pucalpa (Peru), mehr als 5.000 Kilometer vom Meer entfernt, gefangen. Im Januar 1980 wurde ein solcher Hai, 250 Kilometer östlich von Manaus, in einem Netz gefangen – er war 2,50 Meter lang.

Naércio Menezes, vom Zoologischen Museum der Universität von São Paulo (USP), schätzt die Fischarten des Süsswassers in Südamerika auf zwischen 2.500 und 3.000 Spezies. Von diesem Gesamt schätzt er den Anteil Brasiliens auf zirka 1.500 und davon zirka 1.000 auf das Amazonasbecken.

Inzwischen weiss man allerdings, dass auf dem südamerikanischen Subkontinent mehr als 5.000 Fischarten in Flüssen und Seen existieren und, dass ihre Artenzahl in Amazonien ganz sicher die 2.000 übertrifft. Und Manuel Musa Filho, Vizepräsident des CNDDA und Mitglied der Forschungsabteilung, gibt uns eine Antwort, mit der man alle Zweifel beiseite schieben kann, wenn man die richtigen Gewürze hat: “Unter den Fischen Amazoniens sind 120 essbar“! Und darunter befinden sich auch die zwei Weltrekordler unter den Haut- und den Schuppenflussfischen: der Piraíba (Brachyplatystoma filamentosum), er wird mehr als 300 kg schwer – und der Pirarucu (Arapaima gigas), er erreicht mehr als 100 kg Gewicht.

Arapaiba o pirarucú (Arapaima gigas)
Arapaima gigas
Arapaima gigas
Arapaima gigas
Arapaima gigas
Arapaima
Pirarucu
The Arapaima Is Pretty Much a Tank With Scales and Eyeballs
Pirarucu
Unbenannt
Arapaima
Arapaima
49 Dez 2012 (182)
Pirarucu (ピラルク)
Pirarucu (ピラルク)
Arapaima
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Ein paar Superlative von Amazoniens Fischen:
  • Der Arapaima (Pirarucu) kann eine Länge von 3 Metern erreichen. Er ist damit der grösste Süsswasserfisch der Welt. Die meisten gefangenen Exemplare sind allerdings nicht viel länger als 2 Meter – also etwas grösser als ein erwachsener Mann, und sie wiegen um die 200 kg.
  • Berühmt geworden durch einen Film von Jacques Cousteau ist der rosafarbene Süsswasserdelfin (Inia geoffrensis) aus den Flüssen Amazoniens, den die Einheimischen “Boto“ nennen. Er gilt als der grösste Beutemacher dieser Gewässer – er vertilgt zwischen 4 und 5 kg Fisch pro Tag.
  • In den Flüssen Amazoniens lebt die grösste Artenzahl an Fischen der Welt. Es wurden bereits 1.500 Arten beschrieben, aber man schätzt, dass die doppelte Anzahl dort existiert. Das ist etwa fünfzehnmal mehr als die Gesamtzahl der Fischarten Europas!
  • Der Tambaqui (Colossoma spp.) schlägt sich während der Regenperiode in den überschwemmten Arealen den Bauch mit Früchten und Samenkernen voll. Wenn dann das Wasser abfliesst, und er zum Hauptstrom zurück muss, absolviert er eine harte Fastenzeit, während der er das gesamte angesammelte Fett wieder verliert. Sein Fleisch ist von erlesenem Geschmack.
  • Der Tucunaré (Cichla ocelaris) ist eine der bevorzugten Delikatessen in der Küche Amazoniens. Er wird bis 60 cm lang und bis zu 4 kg schwer. Er mag keine Gewässertemperaturen unter 16°C.