Geologische Entdeckung: Amazonien mit Meer und Haien

Veröffentlicht am 15. Mai 2017 - 17:33h unter Nachrichten aus Amazonien

Foto: kaschibo / Fotolia.com

Ein Hai mitten im Amazonas-Regenwald ist keine Seltenheit. Zumindest gilt das für das Miozän, dem Zeitalter vor 23 bis fünf Millionen Jahren. Während diesem waren Bereiche Amazoniens nicht Wald sondern Meer. Für die heutige, extrem hohe Artenvielfalt des Amazonas-Regenwaldes war dies von großer Bedeutung, wie ein internationales Forscherteam konstatiert.

Zweimal waren Teile des brasilianischen und kolumbianischen Amazonien von Meer bedeckt, so das Team mit 16 Wissenschaftlern aus acht Ländern. Sie haben ihre Entdeckung im amerikanischen Wissenschaftsmagazin “Science Advances“ veröffentlicht. Entdeckt haben sie Belege dafür, dass sich das Meer im Miozän von de Karibik aus bis ins Herz Amazoniens vorgeschoben hatte.

Laut den Wissenschaftlern hat das Vorhandensein des Meeres und die damit einhergehende Verbindung mit der Karibik ebenso Auswirkungen auf die Entwicklung bestimmter Pflanzen- und Tierarten mit sich gezogen. Erklärt wird damit auch die Herkunft einiger Meerestierarten Amazoniens, wie Nadelfische, Botos (Flußdelphine) und Rochen.

Untersucht haben die Forscher Sedimente und Ablagerungen, die aus einer mehrere hundert Meter tiefen Bohrung stammen. Dabei sind sie unter anderem auf 933 verschiedene Mikro-Fossilien von 54.141 Induvidien gestoßen. Darunter waren der Zahn eines Hais und der Abdruck einer Krabbenart.

Nach den Studienergebnissen waren Teile Amazoniens während des Miozäns zweimal mit Meer bedeckt. Das letzte Mal war dies vor 14 Millionen Jahre der Fall. Die Phase dauerte dabei etwa 400.000 Jahre.

Belegt ist damit ebenso, dass es sich bei dem Ökosystem des Amazonas-Regenwaldes um ein relativ junges Biom handelt.

Beteiligt waren an der mehrjährigen Studie neben brasilianischen Wissenschaftlern auch Forscher vom Zentrum Natrualis für Biodiversität (Holland) und dem tropischen Forschungsinstitut Smitsonian (Panama).