Grosser Schilderwels – Cari-bodó

Veröffentlicht am 21. November 2011 - 07:54h unter Fische
Überblick
  • Portugiesisch: Cari-bodó, Bodó, Acarí, Cascudo
  • Spezies: Liposarcus pardalis oder neu Pterygoplychthys pardalis
  • Familie: Loricariidae (Harnischwelse)
  • Ordnung: Siluriformes (Welsartige)
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Die Familie der Harnischwelse – zu der auch der Grosse Schilderwels gehört – besteht aus sechs Unterfamilien, 82 Ordnungen und zirka 680 Arten. Alle Spezies grösseren Kalibers werden für den Fang zur Selbsterhaltung und auch kommerziell genutzt – die kleinwüchsigeren finden unter Aquarianern ihre Liebhaber.

Vorkommen

Hydrografische Becken Amazoniens – in Weisswasser-Flüssen und entsprechenden Überschwemmungen der “Várzea“.

Lebensraum

Die Mehrheit dieser Spezies bewohnt den Grund von Seen und Flüssen, wo sie sich normalerweise unbeweglich geben – manchmal auf versunkenen Baumstämmen – oder sie bewegen sich sehr langsam.

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Beschreibung

Die Mitglieder dieser Familie präsentieren einen gerundeten Körper, der am Bauch abgeflacht ist und mit Knochenplatten bedeckt ist, die in drei bis fünf Reihen längs des Körpers angeordnet sind. Jede dieser Knochenplatten ist mit kleinen Knochenstrukturen bedeckt, sehr rau und sogar spitz, die man Odontogen nennt. Das Maul ist einem Saugnapf ähnlich und nach unten gerichtet, ein kurzes Paar Bart-Antennen an den äusseren Maulwinkeln. Rückenflosse breit und fett mit kurzen Bögen, Schwanzflossen normalerweise schmal und lang, Brustflossen mit je einem Stachel bewehrt. Dieser Wels erreicht eine Länge bis zu 50 cm und unterscheidet sich auf den ersten Blick bereits durch seine grosse Zahl an Knochenbögen innerhalb der Rückenflosse – 12 bis 14.

Seine Ernährung besteht aus Abfällen, Algen, Insektenlarven und anderen Mikroorganismen und Rückständen, die sich auf dem Grund der Gewässer finden. Eine besondere Eigenschaft dieser Fische ist, dass sie zusätzlich auch an der Luft atmen können! Diese Atmung geschieht mittels ihres Magens in U-Form, der extrem dünne Wände besitzt, die nach aussen mittels feinster Poren Sauerstoff aufnehmen können. Und weil dieser Magen ein zusätzliches Atmungsorgan ist, verarbeitet er auch keinen Nahrung, sondern leitet sie weiter in ein langes, verzweigtes Verdauungssystem. In einem System mit viel Sauerstoff stellt sich der Fisch auf reine aquatische Atmung ein – bei wenig Sauerstoff kommt er dagegen an die Oberfläche um ihn sich aus der Atmosphäre zu holen. Man hat beobachtet, dass er ausserhalb des Wassers zirka zwei Tage lang leben kann, wenn man ihn feucht hält.

Die Eiablage geschieht mit abfliessendem Wasser nach der Regenperiode – dazu baut er ein Nest auf dem Flussgrund oder im Uferbereich – rund 1.000 bis 1.500 Eier, die zwei bis dreimal pro Jahr abgelegt werden. Die Eltern bewachen das Gelege bis zum Schlüpfen der Larven. Dieser Fisch ist einer der letzten, der sein Gewässer mit Einbruch der Trockenzeit verlässt, deshalb geschieht es häufig, dass sie zum Beispiel aus einem eintrocknenden See nicht mehr entkommen können und in Massen dort sterben.