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Umweltschützer und Forscher setzen Hoffnung auf Amazonas-Synode

Veröffentlicht am 8. Oktober 2019 - 22:05h unter Nachrichten aus Amazonien

Die Amazonas-Synode im Vatikan wird in den Amazonas-Ländern nicht nur von Gläubigen, Kritikern und den Regierungen verfolgt. Auch Umweltschützer, Menschenrechtler, Wissenschaftler und inidgene Repräsentanten haben ihr Augenmerk auf sie geworfen.

Amazonas-Synode – Screenshot Vatikan Video

Schon im Vorfeld haben Vertreter verschiedener Bewegungen und Organisationen Lateinamerikas mit einem an das kirchliche Ereignis gerichtete Treffen reagiert. Das ist am 6. Oktober Kardinal Pedro Barreto übergeben worden, dem Ratspräsident der Sonderversammllung der Bischofssynode Panamazoniens.

In dem Dokument werden unter anderem die Probleme in der Amazonas-Region beschrieben. Die Region stehe im Zentrum eines Streits um gegensätzliche wirtschaftlicher und soziale Projekte inmitten einer schweren Umweltkrise.

Angeprangert werden die Aneigung und Ausbeutung von Gebieten und Gemeingütern durch die Agrarindustrie sowie die Mineral- und Ölausbeutung, die Rodungen und Brände und ebenso die illegale Inbeschlagnahme von Grund und dadurch die Vertreibung traditioneller Völker.

Nach Daten des Indigenen Missionsrates (CMI) der katholischen Kirche haben sich allein in Brasilien die Invasionen in den Indio-Territorien in den vergangenen Monaten verdoppelt. Unter anderem werden dafür die wiederholten Aussagen des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaro verantwortlich gemacht. Er will unter anderem eine Ausbeutung der Indio-Territorien durch Bergbau und Agrarindustrie durchsetzen.

Ein entsprechender Gesetzesvorschlag dazu soll noch in diesem Monat vorgelegt werden. Als Argument für dieses Vorhaben wird eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der Region angeführt und Verbesserungen der Lebensqualiät der Indios und der Bevölkerung. Das Projekt ist allerdings selbst in Brasilien umstritten.

Angesichts all der Diskussionen um die Amazonas-Region wird die bis Ende Oktober dauernde Amazonas-Synode als wichtig angesehen, dies weniger wegen ihres Inhaltes zu Glauben und zur Kirchenpolitik, sondern vielmehr weil das sensible Biom mit all den Problemen und den dort 37 Millionen lebenden Menschen durch die Medienpräsenz weltweit Aufmerksamkeit erhält.

Amazonien umfasst neun Länder und eine Fläche, die 1,5 Mal so groß ist wie die der Europäischen Union.

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