Amazonas-Fisch dient Wissenschaftlern als Vorlage für Unterwasserroboter

Veröffentlicht am 22. April 2014 - 19:17h unter Nachrichten aus Amazonien

383px-Black_Ghost_Knifefish_400Amerikanische Wissenschaftler haben einen Roboter entwickelt, der wie ein Fisch schwimmen kann. Die Forscher orientierten sich dabei nicht an irgendeinem Fisch. Vielmehr studierten sie eine Spezies aus dem brasilianischen Amazonasbecken, den Ituí-cavalo (Apteronotus albifrons). Der „Gespensterfisch“ ist blind, bewegt sich aber dennoch schnell und gewandt. Diese Eigenschaft wurde bei dem Roboter nachgeahmt, soll er doch in trüben Gewässern eingesetzt werden, um bei der Suche nach untergegangenen Schiffen zu helfen oder um Lecks in Unterseeölleitungen ausfindig zu machen.

Der Weißstirn-Messerfisch, der in den Flüssen des Amazonasgebietes beheimatet ist, orientiert sich mit Hilfe eines speziellen Radarsystems. Sein Körper sendet dazu leichte elektrische Wellen aus. Diese reflektieren an Gegenständen oder anderen Tieren und kehren zum Ausender zurück. Der nimmt sie wiederum mit Rezeptoren wahr, die an seinem Körper entlang verteilt sind. Auf diese Weise kann der Fisch nicht nur Hindernisse umgehen und Raubfischen entfliehen, sondern auch die von ihm überaus aus Mahlzeit begehrten Wasserwürmer aufspüren.

Die Wissenschaftler der amerikanischen Northwestern-Universität waren von dieser Präzisionsarbeit unter Wasser so angetan, dass sie nun versucht haben, diese nachzuahmen. Das Ergebnis ist ein Unterwasser-Roboter, der sich schneller bewegen kann als anderen ähnlichen Entwicklungen. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Roboterfisch autonom aktiv sein kann.

Momentan wird an dem innovativen Roboterfisch weiter gefeilt, um ihn noch beweglicher zu gestalten. Auch hierbei dient die Anatomie des schwarzen Fisches, welcher daher auch „Fantasma-negro“ genannt wird, erneut als Vorlage. Dieser hat eine langgezogene Bauchflosse, mit der er sich präzise bewegen kann. Diese könnte den Roboter um einiges stabiler gestalten. Bei Tests in einem Wasserbecken stellte der Roboter die Wissenschaftler bereits zufrieden. Allerdings soll er zukünftig noch komplexere Manöver ausführen können. Bis der Gespenster-Roboterfisch tatsächlich um Einsatz kommen wird, kann es also noch ein Weilchen dauern.

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